Offene Deutsche Frauen-Einzelmeisterschaft 2006

       

Ergebnisse

Zu den Runden:  1  2  3  4  5  6  7  8  9
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Tabelle

Stand nach der 9. Runde
Nr. Teilnehmer ELO DWZ 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Punkte Buchh
1. Blazkova, Petra 2173 2199 9W½ 16S1 4W1 2S½ 13W1 3S½ 7W1 5S1 12W1 7.5 45.5
2. Melamed, Tatjana 2347 2284 18S1 17W1 6S1 1W½ 3S½ 5W½ 13S1 4W1 8W1 7.5 44.0
3. Vasilevich, Tatjana 2412 2406 17W0 9S1 16W1 11S1 2W½ 1W½ 5S1 7S½ 4S½ 6.0 47.0
4. Kube, Hannelore 1990 1811 5S1 12W½ 1S0 14W1 6S½ 8W½ 10S1 2S0 3W½ 5.0 49.5
5. Schulz, Stefanie 2125 2052 4W0 10S½ 9W1 15S1 8W1 2S½ 3W0 1W0 13S1 5.0 49.0
6. Oleneva, Svetlana 2121 1967 10S1 14W1 2W0 8S½ 4W½ 7S0 9W0 17S1 16W1 5.0 43.5
7. Krege, Sandra 2092 2029 15S0 19W1 14S½ 10W½ 12S1 6W1 1S0 3W½ 9S½ 5.0 42.5
8. Fuchs, Antje 2080 1966 19S1 15W½ 12S½ 6W½ 5S0 4S½ 11W1 13W1 2S0 5.0 41.5
9. Großmann, Susan 2013 1983 1S½ 3W0 5S0 19W1 14S½ 20W1 6S1 12W½ 7W½ 5.0 39.5
10. Just Dr., Anita 1917 1861 6W0 5W½ 18S1 7S½ 11W1 13S0 4W0 20S1 14W1 5.0 37.0
11. Skibbe, Diana 2108 2017 16W0 20S1 17S1 3W0 10S0 15W1 8S0 18W1 19S1 5.0 32.5
12. Kierzek, Mira 2088 1920 20W1 4S½ 8W½ 13S0 7W0 16S1 14W1 9S½ 1S0 4.5 40.0
13. Mikliaeva, Darja 2164 2112 14S0 18W1 15S1 12W1 1S0 10W1 2W0 8S0 5W0 4.0 45.5
14. Laake, Jasmin 2006 2076 13W1 6S0 7W½ 4S0 9W½ 19S1 12S0 15W1 10S0 4.0 39.0
15. Krumbke, Nadine   1683 7W1 8S½ 13W0 5W0 17S½ 11S0 20W1 14S0 18W1 4.0 35.5
16. von der Weth, Petra   1788 11S1 1W0 3S0 17W½ 20S1 12W0 18S0 19W1 6S0 3.5 37.0
17. Pflug, Tanja 2047 1782 3S1 2S0 11W0 16S½ 15W½ 18W½ 19S½ 6W0 20S½ 3.5 36.5
18. Just Dr., Gabriele 2018 1856 2W0 13S0 10W0 20S1 19W½ 17S½ 16W1 11S0 15S0 3.0 35.0
19. Jusciak, Ute   1478 8W0 7S0 20W½ 9S0 18S½ 14W0 17W½ 16S0 11W0 1.5 35.0
20. Steckmann, Kerstin   1507 12S0 11W0 19S½ 18W0 16W0 9S0 15S0 10W0 17W½ 1.0 35.0

Rundenergebnisse

Runde 9

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Samstag 12.08.
Tisch Spielerin Weiß Spielerin Schwarz Ergebnis Partie
1 WGM Melamed Tatjana 2347   Fuchs Antje 2080 1-0 Nachspielen
2 WIM Blazkova Petra 2173 WFM Kierzek Mira 2088 1-0 Nachspielen
3   Kube Hannelore 1990 WGM/IM Vasilevich Tatjana 2412 ½-½ Nachspielen
4   Großmann Susan 2013   Krege Sandra 2092 ½-½ Nachspielen
5   Mikliaeva Darja 2164   Schulz Stefanie 2125 0-1 Nachspielen
6   Just Anita 1917   Laake Jasmin 2006 1-0 Nachspielen
7 WFM Oleneva Svetlana 2121   von der Weth Petra 1788 1-0 Nachspielen
8   Jusciak Ute 1478   Skibbe Diana 2108 0-1 Nachspielen
9   Krumbke Nadine 1683   Just, Dr. Gabriele 2018 1-0 Nachspielen
10   Steckmann Kerstin 1507   Pflug Tanja 2047 ½-½ Nachspielen
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Petra Blazkova vom SC 1957 Bad Königshofen ist neue Deutsche Meisterin! Sie gewann ihre letzte Partie souverän gegen Mira Kierzek. Auch wenn ihre direkte Konkurrentin Tatjana Melamed ihre Partie ebenfalls gewinnen konnte, war Blazkova durch ihre bessere Buchholz-Wertung uneinholbar. In Blazkovas Partie gegen Mira Kierzek ging es sofort hart zur Sache. Blazkova versuchte, mit einer modernen Caro-Kann-Variante den weißfeldrigen Läufer von Kierzek günstig abzutauschen und damit den Königsflügel durcheinanderzubringen, was ihr auch gelang. Nach allerlei Verwicklungen gewann sie eine Qualität und behielt ihre Druckstellung mittels einer doppelten Fesselung des Läufers auf g7. Im geeigneten Moment wickelte sie in ein gewonnenes Bauernendspiel ab, das sich Kierzek nur noch wenige Züge anschauen wollte.

Melameds Partie gegen Fuchs hätte gut und gerne auch gegen sie ausfallen können. Fuchs hielt immer gut mit, bis man im Bauernendspiel angelangt war. Da verpasste Fuchs den Siegzug 40...g5, mit dem sie erst die Bauern am Königsflügel festgelegt und Melamed in Zugzwang gebracht hätte. Auch ein Remis wäre noch drin gewesen, wenn der a-Bauer mit 44...a5 sofort in Richtung Zielfeld gestartet wäre. So aber konnte Melamed die beiden neuen Damen günstig abtauschen. Hannelore Kube erreichte mit ihrem Kurzremis gegen die drittplatzierte Tatjana Vasilevich als beste Deutsche den vierten Platz und einen weiteren Achtungserfolg. Angesichts ihrer »nur« 1990 ELO-Punkte dürfte sie mit diesem Turnier in ihrer Wertungszahl einen erheblichen Sprung nach oben machen.

Darja Mikliaeva musste die dritte Niederlage in Folge hinnehmen und rutschte auf den 13. Platz ab. Erst verlor sie gegen die schlussendlich fünftplatzierte Stefanie Schulz eine Qualität und dann konnte sie den Angriff gegen ihren Bauern auf d4 nicht gut abwehren. Das drohende Abzugsschach war tödlich. Svetlana Oleneva konnte nach ihrer zwischenzeitlichen Durststrecke im Endspurt doch noch einmal zwei Siege in Folge hinlegen und ergatterte sich immerhin noch den sechsten Platz. Eine hübsche Kombination fand Nadine Krumbke trotz angegriffener Dame mit der Parade 24. Sg5. Den Vorteil von Qualität und Bauer führte sie sicher zum Sieg über Dr. Gabriele Just und wurde damit auf dem 15. Platz bestplatzierte Teilnehmerin ohne ELO-Zahl.

Runde 8

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Freitag 11.08.
Tisch Spielerin Weiß Spielerin Schwarz Ergebnis Partie
1 WGM Melamed Tatjana 2347   Kube Hannelore 1990 1-0 Nachspielen
2   Schulz Stefanie 2125 WIM Blazkova Petra 2173 0-1 Nachspielen
3   Krege Sandra 2092 WGM/IM Vasilevich Tatjana 2412 ½-½ Nachspielen
4   Fuchs Antje 2080   Mikliaeva Darja 2164 1-0 Nachspielen
5   Großmann Susan 2013 WFM Kierzek Mira 2088 ½-½ Nachspielen
6   Pflug Tanja 2047 WFM Oleneva Svetlana 2121 0-1 Nachspielen
7   Skibbe Diana 2108   Just, Dr. Gabriele 2018 1-0 Nachspielen
8   Laake Jasmin 2006   Krumbke Nadine 1683 1-0 Nachspielen
9   Steckmann Kerstin 1507   Just Anita 1917 0-1 Nachspielen
10   von der Weth Petra 1788   Jusciak Ute 1478 1-0 Nachspielen
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Blazkova und Melamed gewannen auch heute ihre Partien, so bleibt es bis zum Schlusstag spannend. Melamed hatte es gewissermaßen leicht, denn ihre Gegnerin Kube opferte wild drauf los. Zwar konnte diese einigen Druck damit entwickeln, er reichte aber nicht, um entscheidend durchzuschlagen. Der Angriff versandete und so obsiegte das Materialübergewicht von Melamed. Die Partie Schulz-Blazkova blieb lange ausgeglichen, war aber aufgrund der offenen Stellung hochtaktisch. Schulz leistete sich kurz vorm 40. Zug zwei taktische Schnitzer, wodurch Blazkova ihren König zu Leibe rückte. Beim Damenverlust gab Schulz auf.

Antje Fuchs opferte gegen Darja Mikliaeva einen Springer, sammelte aber drei Bauern dafür ein und behielt nicht zuletzt wegen Mikliaevas ungegeschützt stehendem Königs die Initiative. Dann konnte sie Dame und Läufer aufspießen, und letzterer war verloren, aber Mikliaeva fand noch einen Weg, per Turmopfer wenigstens noch einen Bauern zu erhaschen. Letztendlich blieben aber zwei Mehrbauern für Fuchs, zu dem sich der dritte wieder kurz darauf gesellte. Mikliaeva versuchte noch, Gegenchancen gegen den König zu bekommen, aber ihr König wurde auf freiem Feld von Dame und Turm mattgesetzt. Mikliaeva ist damit nach zwei Niederlagen in Folge endgültig ins Mittelfeld abgerutscht, aber noch kein einziges Remis zeugt immerhin von ihrem Kampfgeist.

Svetlana Oleneva hatte endlich wieder einen Sieg zu verbuchen. Sie schnürte Tanja Pflug am Damenflügel regelrecht ein. Dabei hatte sie aber Glück, dass Pflug die Abwicklung 21.axb4! Dxa1 22.Sxd3 nicht sah. Der Rest der Partie führte aber fast zwangläufig zu Olenevas Vorteil. Die Partie Krege-Vasilevich blieb nach Ausbleiben von Fehlern im Abtasuchgeplänkel ab dem 29. Zug endgültig im Remisbereich. Dennoch zog sie sich noch fast 20 Züge dahin.

Runde 7

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Donnerstag 10.08.
Tisch Spielerin Weiß Spielerin Schwarz Ergebnis Partie
1   Mikliaeva Darja 2164 WGM Melamed Tatjana 2347 0-1 Nachspielen
2 WIM Blazkova Petra 2173   Krege Sandra 2092 1-0 Nachspielen
3   Schulz Stefanie 2125 WGM/IM Vasilevich Tatjana 2412 0-1 Nachspielen
4   Just Anita 1917   Kube Hannelore 1990 0-1 Nachspielen
5 WFM Oleneva Svetlana 2121   Großmann Susan 2013 0-1 Nachspielen
6   Fuchs Antje 2080   Skibbe Diana 2108 1-0 Nachspielen
7 WFM Kierzek Mira 2088   Laake Jasmin 2006 1-0 Nachspielen
8   Just, Dr. Gabriele 2018   von der Weth Petra 1788 1-0 Nachspielen
9   Jusciak Ute 1478   Pflug Tanja 2047 ½-½ Nachspielen
10   Krumbke Nadine 1683   Steckmann Kerstin 1507 1-0 Nachspielen
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Heute wurde an allen Bretter bis auf des Messers Schneide gekämpft. Selbst nach drei Stunden war noch keine der Partien beendet. Im Vergleich dazu liefen im begleitenden Open nur noch zwei Partien von neun. Die beiden Spitzenreiterinnen Blazkova und Melamed gaben sich diesmal keine Blöße. Petra Blazkova war in der missglückten Eröffnung unter Druck geraten, aber ihre Gegnerin Sandra Krege verzichtete auf den Figurengewinn mit 10...exf3, wohl in Befürchtung der zu erwartenden Gegeninitiative. In der Folge konnte sich Blazkova konsolidieren und aufgrund ihres Läuferpaares Druck ausüben. Dabei gewann sie nach und nach zwei Bauern, die Entscheidung brachte aber ein Angriff auf Kreges Königsstellung.

Darja Mikliaeva schien zunächst gute Chancen gegen Tatjana Melamed zu haben, da sie ihr einen Doppelbauern einbrocken konnte. Dafür bekam sie aber Schwierigkeiten, ihre Entwicklung am Damenflügel zu beenden und verlor so die Initiative und kam unter Druck. Nach einer Ungenauigkeit (28.Te1) konnte Melamed beide Türme abtauschen und einen Bauern gewinnen. Dabei verpasste sie auch noch den klaren Gewinnzug 32...Df2. Aber auch so reichten der Mehrbauer und das Läuferpaar für Melamed zum Gewinn, denn Mikliaeva fand nach dem Damentausch den Zug 34.Lf4 nicht, mit dem sie den Bauern zurückgewonnen hätte.

Stefanie Schulz konnte gegen Turnierfavoritin Vasilevich lange mithalten, ließ diese dann aber entscheidend in ihre Stellung einbrechen. Hannelore Kube arbeitete sich durch ihren Sieg über Anita Just auf den erstaunlichen vierten Platz vor. Sie gewann im Endspiel einen Bauern und verwertete diesen souverän, obwohl ein theoretisches Remis mit Randbauer und falschem Läufer drohte. Kube konnte aber das Opfer von Justs Läufer gegen den vorletzten Bauern auf der f-Linie verhindern. Fuchs-Skibbe schenkten sich nichts. Fuchs opferte einen Läufer auf h6 und knackte damit die Königsstellung auf. Skibbe konterte auf demselben Flügel und so ergab sich ein wildes Handgemenge mit unübersehbaren Taktikbäumen. Schließlich entschied ein Fehler von Skibbe, die nicht sah, dass die Bedrohung von Fuchsens Dame nichts nutzte, denn die nachfolgende Retourkutsche schlug mehr durch.

Runde 6

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Mittwoch 09.08.
Tisch Spielerin Weiß Spielerin Schwarz Ergebnis Partie
1 WGM Melamed Tatjana 2347   Schulz Stefanie 2125 ½-½ Nachspielen
2 WGM/IM Vasilevich Tatjana 2412 WIM Blazkova Petra 2173 ½-½ Nachspielen
3   Mikliaeva Darja 2164   Just Anita 1917 1-0 Nachspielen
4   Krege Sandra 2092 WFM Oleneva Svetlana 2121 1-0 Nachspielen
5   Kube Hannelore 1990   Fuchs Antje 2080 ½-½ Nachspielen
6   von der Weth Petra 1788 WFM Kierzek Mira 2088 0-1 Nachspielen
7   Skibbe Diana 2108   Krumbke Nadine 1683 1-0 Nachspielen
8   Pflug Tanja 2047   Just, Dr. Gabriele 2018 ½-½ Nachspielen
9   Jusciak Ute 1478   Laake Jasmin 2006 0-1 Nachspielen
10   Großmann Susan 2013   Steckmann Kerstin 1507 1-0 Nachspielen
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An der Spitze tat sich heute relativ wenig, die beiden Spitzenpartien gingen remis aus. Schulz brachte gegen Melamed ein interessantes Springeropfer, mit dem sie als Gegenwert drei Bauern einheimste. Melamed revanchierte sich gleich darauf mit einem Schein-Qualitätsopfer, was einen Bauern zurückbrachte. Doch Melamed konnte ihren Materialvorteil nicht nutzen. Stattdessen etablierte Schulz einen ihrer guten Bauern kurz vor das Umwandlungsfeld und Melamed konnte den Einzug zur Dame nur noch durch Dauerschach verhindern. Vasilevich und Blazkova remisierten nach 23 Zügen. Nachdem sich der Pulverdampf einiger Verwicklungen im Mittelspiel verzogen hatte, blieb eine relativ ausgeglichene Stellung übrig.

Der Verlust vom gestrigen Tag und das Abrutschen auf den achten Platz schien für Mikliaeva Ansporn zu sein, denn nach dem heutigen Sieg hat sie wieder Anschluß an die Spitzengruppe gefunden. Erbarmungslos nutzte sie die Schwächen ihrer Gegnerin Anita Just am Damenflügel aus, und nahm die Königsstellung so lange unter Beschuss, bis Materialverlust nicht mehr zu vermeiden war. Just gab deshalb auf.

Svetlana Oleneva hat sich dagegen endgültig aus dem Titelrennen verabschiedet. Sie verlor gegen Sandra Krege, die sich nach verhaltenem Start nun endgültig zur Spitzengruppe gesellt. Zuerst gestaltete sich ihre Partie ausgeglichen, doch dann geriet Olenevas Bauenschwäche auf e7 immer mehr in den Blickpunkt, und Krege opferte dort die Qualität, bekam aber drei wichtige Bauern als Gegenwert. Diese Bauernmacht am Damenflügel entschied das Spiel. In den hinteren Tabellenregionen setzen sich die jeweils wertungsstärkeren Favoritinnen problemlos durch.

Runde 5

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Dienstag 08.08.
Tisch Spielerin Weiß Spielerin Schwarz Ergebnis Partie
1 WGM/IM Vasilevich Tatjana 2412 WGM Melamed Tatjana 2347 ½-½ Nachspielen
2 WIM Blazkova Petra 2173   Mikliaeva Darja 2164 1-0 Nachspielen
3   Schulz Stefanie 2125   Fuchs Antje 2080 1-0 Nachspielen
4 WFM Oleneva Svetlana 2121   Kube Hannelore 1990 ½-½ Nachspielen
5   Just Anita 1917   Skibbe Diana 2108 1-0 Nachspielen
6 WFM Kierzek Mira 2088   Krege Sandra 2092 0-1 Nachspielen
7   Pflug Tanja 2047   Krumbke Nadine 1683 ½-½ Nachspielen
8   Laake Jasmin 2006   Großmann Susan 2013 ½-½ Nachspielen
9   Steckmann Kerstin 1507   von der Weth Petra 1788 0-1 Nachspielen
10   Just, Dr. Gabriele 2018   Jusciak Ute 1478 ½-½ Nachspielen
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Während sich die beiden Großmeisterinnen von ESV Nickelhütte Aue mit einem Salonremis begnügten, schenken sich im zweiten vereinsinternen Duell Petra Blazkova und Darja Mikliaeva nichts. Ganz im Gegenteil, es ging sofort hart zur Sache. Schon die Rochaden auf verschiedene Seiten waren ein klares Omen, und tatsächlich starteten beide sofort Königsangriffe auf die Gegnerin. Zuerst schwang das Pendel in Richtung Mikliaeva, die nach einem Schlagrennen zweier Bauern aufgrund des möglichen Zwischenschachs zwei Bauern in Vorteil geriet. Doch kurz darauf kam Blazkova zum Zuge. Sie knackte ebenfalls Mikliaevas Königsstellung und so hatten beide einen Bauern als »Pfahl im Fleische«, aber mit dem Unterschied, dass der weiße Bauer tatsächlich Wirkung entfaltete, während der schwarze Blazkova schon fast als Deckung diente. Mikliaeva übersah dann den entscheidenden Doppelangriff im zwanzigsten Zug. Nach dem Wegzug des angegriffenen, ungedeckten Turms wäre 21.Tg7 mit undeckbarem Matt auf h7 erfolgt. So musste Mikliaeva ihren Läufer opfern, um dies zu verhindern und den gefährlichen Bauern loszuwerden. Es entstand eine offene Stellung mit ungleichem Material (Läufer gegen drei Bauern), in der Mikliaeva aber nicht verhindern konnte, nach und nach alle ihre Mehrbauern zu verlieren. Letztendlich entschied im Endspiel das Materialübergewicht des Läufers für Blazkova. Damit konnte sich Blazkova erstmals an die Spitze setzen.

Titelverteidigerin Sandra Krege konnte endlich mit einem sauber herausgespielten Sieg gegen Mira Kierzek aufwarten. Sie verzögerte zunächst lange die Rochade der Gegnerin und baute währenddessen eine Schwerfigurenbatterie auf der b-Linie auf, mithilfe derer sie entscheidend in die gegnerische Stellung eindrang. Ähnlich wild wie im Spitzenduell der beiden Königshöferinnen ging es in der Partie Schulz-Fuchs zu. Beide erarbeiteten sich auf noch vollem Brett Freibauern, Schulz am Damenflügel, Fuchs im Zentrum. Antje Fuchs hatte den Sieg mit 32...Tc1 schon auf dem Brett, opferte aber stattdessen ihren Springer, was wenig einbrachte und sogar Zeit verlor. Kurz darauf konnte Schulz einen Gegenangriff gegen den schwachen Punkt f7 lancieren, was zum Matt führte.

Svetlana Oleneva hatte nicht ihren besten Tag und holte nur ein Remis gegen Hannelore Kube heraus, die sich damit auf dem 6. Platz halten konnte. Oleneva hatte lange Zeit einen Minusbauern und die unterlegene Stellung, konnte sich im Endspiel aber einen entfernten Freibauern erarbeiten. Dieser reichte aber nicht aus, um die Remisbreite zu ihren Gunsten zu überschreiten. Zudem hatte sie Glück, denn Kube übersah die Chance zum Figurengewinn mit 35...b6, was wohl der Zeitnot geschuldet war. Mit Anita Just konnte sich neben Hannelore Kube eine weitere Spielerin 1900er-Wertungsbereich in der erweiterten Spitze etablieren. Dies gelang durch ihren Sieg über die immerhin 200 Punkte höher gewertete Diana Skibbe. Die Partie war lange ausgeglichen, und Kube konnte gut mithalten. Dann stellte Skibbe im Endspiel eine Qualität ein, woraufhin Kube ihren Vorteil routiniert nach Hause schaukeln konnte.

Runde 4

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Montag 07.08.
Tisch Spielerin Weiß Spielerin Schwarz Ergebnis Partie
1 WGM Melamed Tatjana 2347 WIM Blazkova Petra 2173 ½-½ Nachspielen
2   Skibbe Diana 2108 WGM/IM Vasilevich Tatjana 2412 0-1 Nachspielen
3   Mikliaeva Darja 2164 WFM Kierzek Mira 2088 1-0 Nachspielen
4   Fuchs Antje 2080 WFM Oleneva Svetlana 2121 ½-½ Nachspielen
5   Krumbke Nadine 1683   Schulz Stefanie 2125 0-1 Nachspielen
6   Krege Sandra 2092   Just Anita 1917 ½-½ Nachspielen
7   Kube Hannelore 1990   Laake Jasmin 2006 1-0 Nachspielen
8   von der Weth Petra 1788   Pflug Tanja 2047 ½-½ Nachspielen
9   Großmann Susan 2013   Jusciak Ute 1478 1-0 Nachspielen
10   Steckmann Kerstin 1507   Just, Dr. Gabriele 2018 0-1 Nachspielen
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Tatjana Melamed führt weiterhin die Spitze der Tabelle an, musste aber ihr erstes Remis gegen die für Bad Königshofen spielende Petra Blazkova abgeben. Blazkova hatte dreimalige Stellungswiederholung reklamiert, was Melamed zunächst nicht glauben wollte, doch die Schiedsrichter Petra Mense und Gerhard Müller gaben Blazkova recht, denn das beabsichtigte Dg6 führte tatsächlich zum dritten Mal die gleiche Stellung herbei. Favoritin Vasilevich robbt sich nach ihrer Einstandsniederlage unwiderstehlich an die Spitze heran und nimmt nun bereits den dritten Platz ein. In ihrer Partie gegen Diana Skibbe opferte diese inkorrekt einen Läufer, was zu nichts führte. Offensichtlich war Skibbe der Ansicht, sowieso eine Figur zu verlieren, was aber laut Fritz-Analyse nicht sein musste. Schon vorher war für Vasilevich eine einfache Bauerngabel mit 13...f5 möglich. Ob beide dies übersahen, oder Vasilevich befürchtete, ihre Königsstellung dadurch zuweit zu öffnen, entzieht sich der Kenntnis des Kommentators.

Genauso wie Vasilevich hat sich auch Darja Mikliaeva von ihrem Anfangsverlust erholt und mit drei folgenden Siegen zur Spitzengruppe aufgeschlossen. Ihre Gegnerin, FIDE-Meisterin Mira Kierzek übersah eine Fesselung im 37. Zug, wodurch Mikliaeva einen Springer gewinnen konnte. Kierzek, die bis dahin die leicht bessere Stellung hatte, wehrte sich noch über zwanzig Züge, verlor aber nach und nach ihre bessere Figurenstellung und damit die Initiative. Svetlana Oleneva dagegen ärgerte sich ein wenig über ihr Remis gegen Antje Fuchs, da sie gesamte Partie über leicht besser stand, am Ende aber doch keinen klaren Gewinnweg fand.

Genauso ging es auch der Titelverteidigerin Sandra Krege, die gegen Anita Just bereits eine überlegene Stellung und dann zwei Mehrbauern hatte, diese aber dennoch nicht im Endspiel verwerten konnte. Die Partie Krumbke-Schulz entschied sich bereits in der Anfangsphase, als Krumbke in taktischen Verwicklungen bereits eine Figur verlor. Sie hätte die Partie aber mit dem allerdings schwer zu sehenden Damenopfer 9.Dxd4 retten können, da sie im Anschuss ein Familienschach hätte erzwingen und die Dame zurückerobern hätte können. Erstaunlich schneidet bisher Hannelore Kube ab, die sich mit einer Wertungszahl unter 2000 immerhin auf Platz 6 hält. Durch Verwicklungen im Mittelspiel eroberte sie einen Läufer gegen Jasmin Laake. Diesen Vorteil setze sie anschließend souverän um, obwohl Laake durchaus noch Möglichkeiten zum Gegenspiel hatte.

Runde 3

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Sonntag 06.08.
Tisch Spielerin Weiß Spielerin Schwarz Ergebnis Partie
1 WFM Oleneva Svetlana 2121 WGM Melamed Tatjana 2347 0-1 Nachspielen
2 WIM Blazkova Petra 2173   Kube Hannelore 1990 1-0 Nachspielen
3 WFM Kierzek Mira 2088   Fuchs Antje 2080 ½-½ Nachspielen
4   Krumbke Nadine 1683   Mikliaeva Darja 2164 0-1 Nachspielen
5 WGM/IM Vasilevich Tatjana 2412   von der Weth Petra 1788 1-0 Nachspielen
6   Pflug Tanja 2047   Skibbe Diana 2108 0-1 Nachspielen
7   Laake Jasmin 2006   Krege Sandra 2092 ½-½ Nachspielen
8   Schulz Stefanie 2125   Großmann Susan 2013 1-0 Nachspielen
9   Just, Dr. Gabriele 2018   Just Anita 1917 0-1 Nachspielen
10   Jusciak Ute 1478   Steckmann Kerstin 1507 ½-½ Nachspielen
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Auch in der dritten Runde gab es keine Überraschungen. Die hoch gesetzten Spielerinnen versammeln sich nach den Verwerfungen des ersten Tages nun doch wieder langsam aber sicher an der Spitze. Ein erstes Spitzenduell gab es zwischen Melamed und Oleneva, das Melamed für sich entschied. Nach taktischen Verwicklungen im Mittelspiel blieb Melamed ein Mehrbauer übrig. Ein hübsches Qualitätsopfer brachte schließlich einen weiteren Bauern ein, was zum Sieg ausreichte. Mikliaeva hatte gegen die bisher für ihre Wertungszahl gut aufspielende Nadine Krumbke eine gute Druckstellung aufgebaut, als diese patzte und einen Turm verlor, was die sofortige Aufgabe bedeutete. Tanja Pflug ließ sich versehentlich von Diana Skibbe matt setzen, doch sie stand bereits gedrückt und hatte erhebliche Probleme, ihre Stellung zu verteidigen.

Runde 2

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Samstag 05.08.
Tisch Spielerin Weiß Spielerin Schwarz Ergebnis Partie
1 WGM Melamed Tatjana 2347   Pflug Tanja 2047 1-0 Nachspielen
2 WFM Oleneva Svetlana 2121   Laake Jasmin 2006 1-0 Nachspielen
3   Kube Hannelore 1990 WFM Kierzek Mira 2088 ½-½ Nachspielen
4   Fuchs Antje 2080   Krumbke Nadine 1683 ½-½ Nachspielen
5   von der Weth Petra 1788 WIM Blazkova Petra 2173 0-1 Nachspielen
6   Großmann Susan 2013 WGM/IM Vasilevich Tatjana 2412 0-1 Nachspielen
7   Mikliaeva Darja 2164   Just, Dr. Gabriele 2018 1-0 Nachspielen
8   Just Anita 1917   Schulz Stefanie 2125 ½-½ Nachspielen
9   Steckmann Kerstin 1507   Skibbe Diana 2108 0-1 Nachspielen
10   Krege Sandra 2092   Jusciak Ute 1478 1-0 Nachspielen
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Nach einigen Überraschungen am Vortag konnten sich nun die Favoritinnen weitgehend durchsetzen. Schön anzusehen war zum Beispiel das Turmopfer von Tatjana Melamed im zwanzigsten Zug. Damit konnte sie entscheidend in die gegnerische Königsstellung eindringen. Ebenso heiß her ging es in der Partie Oleneva-Laake. In der hochtaktischen Partie vergriff sich letztendlich Laake, obwohl Oleneva in höchster Zeitnot war. Letztere schaffte es dann noch glücklich über die Zeitkontrolle, worauf Laake aufgab.

Die Überraschungssiegerin vom Freitag, Nadine Krumbke, konnte sich wiederum gut in Szene setzen und hatte gegen die 400 Punkte höher gewertete Antje Fuchs eine klare Gewinnstellung auf dem Brett, holte am Schluss aber doch nur Remis heraus. Auch die am Vortag gestrauchelten, aber weit vorne gesetzten Spielerinnen Vasilevich, Krege und Mikliaeva konnte ihre Partien diesmal unspektakulär gewinnen. Nur Krege schaffte sogar ein Matt, was man in dieser Klasse selten sieht, denn meist wird vorher aufgegeben.

Runde 1

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Freitag 04.08.
Tisch Spielerin Weiß Spielerin Schwarz Ergebnis Partie
1 WGM/IM Vasilevich Tatjana 2412   Pflug Tanja 2047 0-1 Nachspielen
2   Just, Dr. Gabriele 2018 WGM Melamed Tatjana 2347 0-1 Nachspielen
3 WIM Blazkova Petra 2173   Großmann Susan 2013 ½-½ Nachspielen
4   Laake Jasmin 2006   Mikliaeva Darja 2164 1-0 Nachspielen
5   Schulz Stefanie 2125   Kube Hannelore 1990 0-1 Nachspielen
6   Just Anita 1917 WFM Oleneva Svetlana 2121 0-1 Nachspielen
7   Skibbe Diana 2108   von der Weth Petra 1788 0-1 Nachspielen
8   Krumbke Nadine 1683   Krege Sandra 2092 1-0 Nachspielen
9 WFM Kierzek Mira 2088   Steckmann Kerstin 1507 1-0 Nachspielen
10   Jusciak Ute 1478   Fuchs Antje 2080 0-1 Nachspielen
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Gleich in der ersten Runde gab es eine Reihe von Favoritenstürzen. Unter anderem mussten die ELO-stärkste Tatjana Vasilevich und die Vorjahressiegerin Sandra Krege Federn lassen. Vasilevich kreiste zwar einen Springer ein und konnte diesen erobern, doch Pflug ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und anstelle sofort schwache Bauern einzusammeln, verstärkte sie ihre Stellung weiter, während die Figuren von Vasilevich unsortiert und unwirksam blieben. So konnte Pflug nach und nach doch die Bauern erobern und Vasilevichs Läufer kalt stellen, der praktisch nicht mehr mitspielte. Schließlich opferte diese den ebenfalls schlecht stehenden Springer, um einen gefährlichen Bauern aufzuhalten, aber die verbelibenden zwei Mehrbauern von Pflug entschieden die Partie.

Ein interessantes Läuferopfer bot Petra Blazkova, die damit die gegnerische Königsstellung aufriss. Sie gewann den Läufer sogar wieder, hätte aber mit 16.Sxg5 bessere Chancen gehabt. Danach verflachte das Spiel etwas und man gab Remis, da die beiden Spielerinnen im komplizierten Damenendspiel kaum noch Gewinnchancen sahen. Pech hatte Darja Mikliaeva, die sich eine herausragende Stellung erarbeitet hatte und sich kurz vor dem Gewinnzug vergriff. Nach 33...Lc4 hätte Laake keine Chance mehr gehabt, aber der Läuferzug nach h3 erlaubte die Erwiderung Td5, und damit war die Partie weggeworfen.

Einen weiteren Überraschungserfolg zeitigte Hannelore Kube, die gegen Stefanie Schulz gewann. Schulz hatte bereits in der Eröffnung den starken Zug 7.d6 verpasst und verteidigte sich dann auch gegen den Königsangriff schlecht. Statt dem einfachen 18.g3 deckte sie den angegriffenen Punkt g2 mit der Dame, welche aber dadurch verlustig ging. Zwar konnte sie noch Turm und Läufer dafür bekommen und einige taktische Fallen aufstellen, aber Kube blieb bedacht und eroberte schließlich noch einen Springer durch eine Gabel mit Schach, wodurch die Partie gelaufen war. Svetlana Oleneva gewann trotz eines Minusbauern, denn ihre verbundenen Freibauern in der Mitte waren unwiderstehlich.

Sandra Krege war wohl noch nicht richtig im Turnier. Sie verlor gegen die immerhin 400 Wertungspunkte schwächere Nadine Krumbke einen Bauern am Damenflügel, worauf diese eine Bauernwalze in Bewegung setzte und so Krege immer mehr nach hinten drängte. Zusammen mit dem Läuferpaar entfalteten die Bauern eine solche Macht, dass Krege schließlich einen Springer opferte, um ihre Umklammerung zu lösen. Aber auch das half nichts, denn Krumbke eroberte mithilfe des Mehrläufers dann einen Bauern nach dem anderen und das Endspiel war für Krege nicht mehr zu retten.

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