Offene Deutsche Frauen-Einzelmeisterschaft 2006
Ergebnisse
Zu den Runden: 1 2 3 4 5 6 7 8 9
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Tabelle
| Stand nach der 9. Runde |
| Nr. |
Teilnehmer |
ELO |
DWZ |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
9 |
Punkte |
Buchh |
| 1. |
Blazkova, Petra |
2173 |
2199 |
9W½ |
16S1 |
4W1 |
2S½ |
13W1 |
3S½ |
7W1 |
5S1 |
12W1 |
7.5 |
45.5 |
| 2. |
Melamed, Tatjana |
2347 |
2284 |
18S1 |
17W1 |
6S1 |
1W½ |
3S½ |
5W½ |
13S1 |
4W1 |
8W1 |
7.5 |
44.0 |
| 3. |
Vasilevich, Tatjana |
2412 |
2406 |
17W0 |
9S1 |
16W1 |
11S1 |
2W½ |
1W½ |
5S1 |
7S½ |
4S½ |
6.0 |
47.0 |
| 4. |
Kube, Hannelore |
1990 |
1811 |
5S1 |
12W½ |
1S0 |
14W1 |
6S½ |
8W½ |
10S1 |
2S0 |
3W½ |
5.0 |
49.5 |
| 5. |
Schulz, Stefanie |
2125 |
2052 |
4W0 |
10S½ |
9W1 |
15S1 |
8W1 |
2S½ |
3W0 |
1W0 |
13S1 |
5.0 |
49.0 |
| 6. |
Oleneva, Svetlana |
2121 |
1967 |
10S1 |
14W1 |
2W0 |
8S½ |
4W½ |
7S0 |
9W0 |
17S1 |
16W1 |
5.0 |
43.5 |
| 7. |
Krege, Sandra |
2092 |
2029 |
15S0 |
19W1 |
14S½ |
10W½ |
12S1 |
6W1 |
1S0 |
3W½ |
9S½ |
5.0 |
42.5 |
| 8. |
Fuchs, Antje |
2080 |
1966 |
19S1 |
15W½ |
12S½ |
6W½ |
5S0 |
4S½ |
11W1 |
13W1 |
2S0 |
5.0 |
41.5 |
| 9. |
Großmann, Susan |
2013 |
1983 |
1S½ |
3W0 |
5S0 |
19W1 |
14S½ |
20W1 |
6S1 |
12W½ |
7W½ |
5.0 |
39.5 |
| 10. |
Just Dr., Anita |
1917 |
1861 |
6W0 |
5W½ |
18S1 |
7S½ |
11W1 |
13S0 |
4W0 |
20S1 |
14W1 |
5.0 |
37.0 |
| 11. |
Skibbe, Diana |
2108 |
2017 |
16W0 |
20S1 |
17S1 |
3W0 |
10S0 |
15W1 |
8S0 |
18W1 |
19S1 |
5.0 |
32.5 |
| 12. |
Kierzek, Mira |
2088 |
1920 |
20W1 |
4S½ |
8W½ |
13S0 |
7W0 |
16S1 |
14W1 |
9S½ |
1S0 |
4.5 |
40.0 |
| 13. |
Mikliaeva, Darja |
2164 |
2112 |
14S0 |
18W1 |
15S1 |
12W1 |
1S0 |
10W1 |
2W0 |
8S0 |
5W0 |
4.0 |
45.5 |
| 14. |
Laake, Jasmin |
2006 |
2076 |
13W1 |
6S0 |
7W½ |
4S0 |
9W½ |
19S1 |
12S0 |
15W1 |
10S0 |
4.0 |
39.0 |
| 15. |
Krumbke, Nadine |
|
1683 |
7W1 |
8S½ |
13W0 |
5W0 |
17S½ |
11S0 |
20W1 |
14S0 |
18W1 |
4.0 |
35.5 |
| 16. |
von der Weth, Petra |
|
1788 |
11S1 |
1W0 |
3S0 |
17W½ |
20S1 |
12W0 |
18S0 |
19W1 |
6S0 |
3.5 |
37.0 |
| 17. |
Pflug, Tanja |
2047 |
1782 |
3S1 |
2S0 |
11W0 |
16S½ |
15W½ |
18W½ |
19S½ |
6W0 |
20S½ |
3.5 |
36.5 |
| 18. |
Just Dr., Gabriele |
2018 |
1856 |
2W0 |
13S0 |
10W0 |
20S1 |
19W½ |
17S½ |
16W1 |
11S0 |
15S0 |
3.0 |
35.0 |
| 19. |
Jusciak, Ute |
|
1478 |
8W0 |
7S0 |
20W½ |
9S0 |
18S½ |
14W0 |
17W½ |
16S0 |
11W0 |
1.5 |
35.0 |
| 20. |
Steckmann, Kerstin |
|
1507 |
12S0 |
11W0 |
19S½ |
18W0 |
16W0 |
9S0 |
15S0 |
10W0 |
17W½ |
1.0 |
35.0 |
Rundenergebnisse
Runde 9
Nach oben
Petra Blazkova vom SC 1957 Bad Königshofen ist neue Deutsche
Meisterin! Sie gewann ihre letzte Partie souverän gegen Mira Kierzek. Auch wenn ihre
direkte Konkurrentin Tatjana Melamed ihre Partie ebenfalls gewinnen konnte, war
Blazkova durch ihre bessere Buchholz-Wertung uneinholbar. In Blazkovas Partie gegen
Mira Kierzek ging es sofort hart zur Sache. Blazkova versuchte, mit einer modernen
Caro-Kann-Variante den weißfeldrigen Läufer von Kierzek günstig abzutauschen und
damit den Königsflügel durcheinanderzubringen, was ihr auch gelang. Nach allerlei
Verwicklungen gewann sie eine Qualität und behielt ihre Druckstellung mittels
einer doppelten Fesselung des Läufers auf g7. Im geeigneten Moment wickelte sie
in ein gewonnenes Bauernendspiel ab, das sich Kierzek nur noch wenige Züge anschauen
wollte.
Melameds Partie gegen Fuchs hätte gut und gerne auch gegen sie ausfallen können.
Fuchs hielt immer gut mit, bis man im Bauernendspiel angelangt war. Da verpasste
Fuchs den Siegzug 40...g5, mit dem sie erst die Bauern am Königsflügel festgelegt
und Melamed in Zugzwang gebracht hätte. Auch ein Remis wäre noch drin gewesen,
wenn der a-Bauer mit 44...a5 sofort in Richtung Zielfeld gestartet wäre. So aber konnte
Melamed die beiden neuen Damen günstig abtauschen. Hannelore Kube erreichte mit ihrem
Kurzremis gegen die drittplatzierte Tatjana Vasilevich als beste Deutsche den vierten
Platz und einen weiteren Achtungserfolg. Angesichts ihrer »nur« 1990
ELO-Punkte dürfte sie mit diesem Turnier in ihrer Wertungszahl einen erheblichen
Sprung nach oben machen.
Darja Mikliaeva musste die dritte Niederlage in Folge hinnehmen und rutschte auf den
13. Platz ab. Erst verlor sie gegen die schlussendlich fünftplatzierte Stefanie
Schulz eine Qualität und dann konnte sie den Angriff gegen ihren Bauern auf d4
nicht gut abwehren. Das drohende Abzugsschach war tödlich. Svetlana Oleneva
konnte nach ihrer zwischenzeitlichen Durststrecke im Endspurt doch noch einmal zwei
Siege in Folge hinlegen und ergatterte sich immerhin noch den sechsten Platz.
Eine hübsche Kombination fand Nadine Krumbke trotz angegriffener Dame mit der Parade
24. Sg5. Den Vorteil von Qualität und Bauer führte sie sicher zum Sieg über Dr.
Gabriele Just und wurde damit auf dem 15. Platz bestplatzierte Teilnehmerin ohne
ELO-Zahl.
Runde 8
Nach oben
Blazkova und Melamed gewannen auch heute ihre Partien, so bleibt es
bis zum Schlusstag spannend. Melamed hatte es gewissermaßen leicht, denn ihre
Gegnerin Kube opferte wild drauf los. Zwar konnte diese einigen Druck damit
entwickeln, er reichte aber nicht, um entscheidend durchzuschlagen. Der Angriff
versandete und so obsiegte das Materialübergewicht von Melamed. Die Partie
Schulz-Blazkova blieb lange ausgeglichen, war aber aufgrund der offenen Stellung
hochtaktisch. Schulz leistete sich kurz vorm 40. Zug zwei taktische Schnitzer,
wodurch Blazkova ihren König zu Leibe rückte. Beim Damenverlust gab
Schulz auf.
Antje Fuchs opferte gegen Darja Mikliaeva einen Springer, sammelte aber drei
Bauern dafür ein und behielt nicht zuletzt wegen Mikliaevas ungegeschützt
stehendem Königs die Initiative. Dann konnte sie Dame und Läufer
aufspießen, und letzterer war verloren, aber Mikliaeva fand noch einen Weg,
per Turmopfer wenigstens noch einen Bauern zu erhaschen. Letztendlich blieben aber
zwei Mehrbauern für Fuchs, zu dem sich der dritte wieder kurz darauf gesellte.
Mikliaeva versuchte noch, Gegenchancen gegen den König zu bekommen, aber ihr
König wurde auf freiem Feld von Dame und Turm mattgesetzt. Mikliaeva ist damit
nach zwei Niederlagen in Folge endgültig ins Mittelfeld abgerutscht, aber noch
kein einziges Remis zeugt immerhin von ihrem Kampfgeist.
Svetlana Oleneva hatte endlich wieder einen Sieg zu verbuchen. Sie schnürte
Tanja Pflug am Damenflügel regelrecht ein. Dabei hatte sie aber Glück, dass
Pflug die Abwicklung 21.axb4! Dxa1 22.Sxd3 nicht sah. Der Rest der Partie führte
aber fast zwangläufig zu Olenevas Vorteil. Die Partie Krege-Vasilevich blieb nach
Ausbleiben von Fehlern im Abtasuchgeplänkel ab dem 29. Zug endgültig im
Remisbereich. Dennoch zog sie sich noch fast 20 Züge dahin.
Runde 7
Nach oben
Heute wurde an allen Bretter bis auf des Messers Schneide
gekämpft. Selbst nach drei Stunden war noch keine der Partien beendet. Im
Vergleich dazu liefen im begleitenden Open nur noch zwei Partien von neun.
Die beiden Spitzenreiterinnen Blazkova und Melamed gaben sich diesmal keine
Blöße. Petra Blazkova war in der missglückten Eröffnung unter
Druck geraten, aber ihre Gegnerin Sandra Krege verzichtete auf den Figurengewinn mit
10...exf3, wohl in Befürchtung der zu erwartenden Gegeninitiative. In der Folge
konnte sich Blazkova konsolidieren und aufgrund ihres Läuferpaares Druck
ausüben. Dabei gewann sie nach und nach zwei Bauern, die Entscheidung brachte
aber ein Angriff auf Kreges Königsstellung.
Darja Mikliaeva schien zunächst gute Chancen gegen Tatjana Melamed zu haben, da sie
ihr einen Doppelbauern einbrocken konnte. Dafür bekam sie aber Schwierigkeiten, ihre
Entwicklung am Damenflügel zu beenden und verlor so die Initiative und kam unter
Druck. Nach einer Ungenauigkeit (28.Te1) konnte Melamed beide Türme abtauschen und
einen Bauern gewinnen. Dabei verpasste sie auch noch den klaren Gewinnzug 32...Df2.
Aber auch so reichten der Mehrbauer und das Läuferpaar für Melamed zum Gewinn, denn
Mikliaeva fand nach dem Damentausch den Zug 34.Lf4 nicht, mit dem sie den Bauern
zurückgewonnen hätte.
Stefanie Schulz konnte gegen Turnierfavoritin Vasilevich lange mithalten, ließ
diese dann aber entscheidend in ihre Stellung einbrechen. Hannelore Kube arbeitete
sich durch ihren Sieg über Anita Just auf den erstaunlichen vierten Platz vor. Sie
gewann im Endspiel einen Bauern und verwertete diesen souverän, obwohl ein
theoretisches Remis mit Randbauer und falschem Läufer drohte. Kube konnte aber
das Opfer von Justs Läufer gegen den vorletzten Bauern auf der f-Linie verhindern.
Fuchs-Skibbe schenkten sich nichts. Fuchs opferte einen Läufer auf h6 und knackte
damit die Königsstellung auf. Skibbe konterte auf demselben Flügel und so ergab
sich ein wildes Handgemenge mit unübersehbaren Taktikbäumen. Schließlich
entschied ein Fehler von Skibbe, die nicht sah, dass die Bedrohung von Fuchsens Dame
nichts nutzte, denn die nachfolgende Retourkutsche schlug mehr durch.
Runde 6
Nach oben
An der Spitze tat sich heute relativ wenig, die beiden
Spitzenpartien gingen remis aus. Schulz brachte gegen Melamed ein interessantes
Springeropfer, mit dem sie als Gegenwert drei Bauern einheimste. Melamed
revanchierte sich gleich darauf mit einem Schein-Qualitätsopfer, was einen
Bauern zurückbrachte. Doch Melamed konnte ihren Materialvorteil nicht nutzen.
Stattdessen etablierte Schulz einen ihrer guten Bauern kurz vor das
Umwandlungsfeld und Melamed konnte den Einzug zur Dame nur noch durch
Dauerschach verhindern. Vasilevich und Blazkova remisierten nach 23 Zügen.
Nachdem sich der Pulverdampf einiger Verwicklungen im Mittelspiel verzogen
hatte, blieb eine relativ ausgeglichene Stellung übrig.
Der Verlust vom gestrigen Tag und das Abrutschen auf den achten Platz schien
für Mikliaeva Ansporn zu sein, denn nach dem heutigen Sieg hat sie wieder
Anschluß an die Spitzengruppe gefunden. Erbarmungslos nutzte sie die Schwächen
ihrer Gegnerin Anita Just am Damenflügel aus, und nahm die Königsstellung so
lange unter Beschuss, bis Materialverlust nicht mehr zu vermeiden war. Just gab
deshalb auf.
Svetlana Oleneva hat sich dagegen endgültig aus dem Titelrennen
verabschiedet. Sie verlor gegen Sandra Krege, die sich nach verhaltenem Start
nun endgültig zur Spitzengruppe gesellt. Zuerst gestaltete sich ihre Partie
ausgeglichen, doch dann geriet Olenevas Bauenschwäche auf e7 immer mehr in den
Blickpunkt, und Krege opferte dort die Qualität, bekam aber drei wichtige Bauern
als Gegenwert. Diese Bauernmacht am Damenflügel entschied das Spiel. In den
hinteren Tabellenregionen setzen sich die jeweils wertungsstärkeren Favoritinnen
problemlos durch.
Runde 5
Nach oben
Während sich die beiden Großmeisterinnen von ESV
Nickelhütte Aue mit einem Salonremis begnügten, schenken sich im zweiten
vereinsinternen Duell Petra Blazkova und Darja Mikliaeva nichts. Ganz im Gegenteil,
es ging sofort hart zur Sache. Schon die Rochaden auf verschiedene Seiten waren ein
klares Omen, und tatsächlich starteten beide sofort Königsangriffe auf die Gegnerin.
Zuerst schwang das Pendel in Richtung Mikliaeva, die nach einem Schlagrennen zweier
Bauern aufgrund des möglichen Zwischenschachs zwei Bauern in Vorteil geriet. Doch
kurz darauf kam Blazkova zum Zuge. Sie knackte ebenfalls Mikliaevas Königsstellung
und so hatten beide einen Bauern als »Pfahl im Fleische«, aber mit dem
Unterschied, dass der weiße Bauer tatsächlich Wirkung entfaltete, während der
schwarze Blazkova schon fast als Deckung diente. Mikliaeva übersah dann den
entscheidenden Doppelangriff im zwanzigsten Zug. Nach dem Wegzug des angegriffenen,
ungedeckten Turms wäre 21.Tg7 mit undeckbarem Matt auf h7 erfolgt. So musste
Mikliaeva ihren Läufer opfern, um dies zu verhindern und den gefährlichen Bauern
loszuwerden. Es entstand eine offene Stellung mit ungleichem Material (Läufer gegen
drei Bauern), in der Mikliaeva aber nicht verhindern konnte, nach und nach alle ihre
Mehrbauern zu verlieren. Letztendlich entschied im Endspiel das Materialübergewicht
des Läufers für Blazkova. Damit konnte sich Blazkova erstmals an die Spitze
setzen.
Titelverteidigerin Sandra Krege konnte endlich mit einem sauber herausgespielten
Sieg gegen Mira Kierzek aufwarten. Sie verzögerte zunächst lange die Rochade der
Gegnerin und baute währenddessen eine Schwerfigurenbatterie auf der b-Linie
auf, mithilfe derer sie entscheidend in die gegnerische Stellung eindrang.
Ähnlich wild wie im Spitzenduell der beiden Königshöferinnen ging es in der
Partie Schulz-Fuchs zu. Beide erarbeiteten sich auf noch vollem Brett Freibauern,
Schulz am Damenflügel, Fuchs im Zentrum. Antje Fuchs hatte den Sieg mit 32...Tc1
schon auf dem Brett, opferte aber stattdessen ihren Springer, was wenig einbrachte
und sogar Zeit verlor. Kurz darauf konnte Schulz einen Gegenangriff gegen den
schwachen Punkt f7 lancieren, was zum Matt führte.
Svetlana Oleneva hatte nicht ihren besten Tag und holte nur ein Remis gegen
Hannelore Kube heraus, die sich damit auf dem 6. Platz halten konnte.
Oleneva hatte lange Zeit einen Minusbauern und die unterlegene Stellung, konnte sich
im Endspiel aber einen entfernten Freibauern erarbeiten. Dieser reichte aber nicht
aus, um die Remisbreite zu ihren Gunsten zu überschreiten. Zudem hatte sie
Glück, denn Kube übersah die Chance zum Figurengewinn mit 35...b6, was
wohl der Zeitnot geschuldet war. Mit Anita Just
konnte sich neben Hannelore Kube eine weitere Spielerin 1900er-Wertungsbereich in
der erweiterten Spitze etablieren. Dies gelang durch ihren Sieg über die immerhin
200 Punkte höher gewertete Diana Skibbe. Die Partie war lange ausgeglichen, und
Kube konnte gut mithalten. Dann stellte Skibbe im Endspiel eine Qualität ein,
woraufhin Kube ihren Vorteil routiniert nach Hause schaukeln konnte.
Runde 4
Nach oben
Tatjana Melamed führt weiterhin die Spitze der Tabelle an, musste
aber ihr erstes Remis gegen die für Bad Königshofen spielende Petra Blazkova abgeben.
Blazkova hatte dreimalige Stellungswiederholung reklamiert, was Melamed zunächst
nicht glauben wollte, doch die Schiedsrichter Petra Mense und Gerhard Müller gaben
Blazkova recht, denn das beabsichtigte Dg6 führte tatsächlich zum dritten Mal die
gleiche Stellung herbei. Favoritin Vasilevich robbt sich nach ihrer
Einstandsniederlage unwiderstehlich an die Spitze heran und nimmt nun bereits den
dritten Platz ein. In ihrer Partie gegen Diana Skibbe opferte diese inkorrekt einen
Läufer, was zu nichts führte. Offensichtlich war Skibbe der Ansicht, sowieso eine
Figur zu verlieren, was aber laut Fritz-Analyse nicht sein musste. Schon vorher
war für Vasilevich eine einfache Bauerngabel mit 13...f5 möglich. Ob beide dies
übersahen, oder Vasilevich befürchtete, ihre Königsstellung dadurch zuweit zu
öffnen, entzieht sich der Kenntnis des Kommentators.
Genauso wie Vasilevich hat sich auch Darja Mikliaeva von ihrem Anfangsverlust erholt
und mit drei folgenden Siegen zur Spitzengruppe aufgeschlossen. Ihre Gegnerin,
FIDE-Meisterin Mira Kierzek übersah eine Fesselung im 37. Zug, wodurch Mikliaeva einen
Springer gewinnen konnte. Kierzek, die bis dahin die leicht bessere Stellung hatte,
wehrte sich noch über zwanzig Züge, verlor aber nach und nach ihre bessere
Figurenstellung und damit die Initiative. Svetlana Oleneva dagegen ärgerte sich ein
wenig über ihr Remis gegen Antje Fuchs, da sie gesamte Partie über leicht besser
stand, am Ende aber doch keinen klaren Gewinnweg fand.
Genauso ging es auch der Titelverteidigerin Sandra Krege, die gegen Anita Just
bereits eine überlegene Stellung und dann zwei Mehrbauern hatte, diese aber dennoch
nicht im Endspiel verwerten konnte. Die Partie Krumbke-Schulz entschied sich bereits
in der Anfangsphase, als Krumbke in taktischen Verwicklungen bereits eine Figur
verlor. Sie hätte die Partie aber mit dem allerdings schwer zu sehenden Damenopfer
9.Dxd4 retten können, da sie im Anschuss ein Familienschach hätte erzwingen und die
Dame zurückerobern hätte können.
Erstaunlich schneidet bisher Hannelore Kube ab, die sich mit einer Wertungszahl
unter 2000 immerhin auf Platz 6 hält. Durch Verwicklungen im Mittelspiel eroberte
sie einen Läufer gegen Jasmin Laake. Diesen Vorteil setze sie anschließend souverän
um, obwohl Laake durchaus noch Möglichkeiten zum Gegenspiel hatte.
Runde 3
Nach oben
Auch in der dritten Runde gab es keine Überraschungen. Die hoch
gesetzten Spielerinnen versammeln sich nach den Verwerfungen des ersten Tages
nun doch wieder langsam aber sicher an der Spitze. Ein erstes Spitzenduell gab es
zwischen Melamed und Oleneva, das Melamed für sich entschied. Nach taktischen
Verwicklungen im Mittelspiel blieb Melamed ein Mehrbauer übrig. Ein hübsches
Qualitätsopfer brachte schließlich einen weiteren Bauern ein, was zum Sieg
ausreichte. Mikliaeva hatte gegen die bisher für ihre Wertungszahl gut aufspielende
Nadine Krumbke eine gute Druckstellung aufgebaut, als diese patzte und einen Turm
verlor, was die sofortige Aufgabe bedeutete. Tanja Pflug ließ sich versehentlich von
Diana Skibbe matt setzen, doch sie stand bereits gedrückt und hatte erhebliche
Probleme, ihre Stellung zu verteidigen.
Runde 2
Nach oben
Nach einigen Überraschungen am Vortag konnten sich nun die Favoritinnen
weitgehend durchsetzen. Schön anzusehen war zum Beispiel das Turmopfer von Tatjana
Melamed im zwanzigsten Zug. Damit konnte sie entscheidend in die gegnerische
Königsstellung eindringen. Ebenso heiß her ging es in der Partie Oleneva-Laake.
In der hochtaktischen Partie vergriff sich letztendlich Laake, obwohl Oleneva in
höchster Zeitnot war. Letztere schaffte es dann noch glücklich über die
Zeitkontrolle, worauf Laake aufgab.
Die Überraschungssiegerin vom Freitag, Nadine Krumbke, konnte sich wiederum gut
in Szene setzen und hatte gegen die 400 Punkte höher gewertete Antje Fuchs eine
klare Gewinnstellung auf dem Brett, holte am Schluss aber doch nur Remis heraus.
Auch die am Vortag gestrauchelten, aber weit vorne gesetzten Spielerinnen Vasilevich,
Krege und Mikliaeva konnte ihre Partien diesmal unspektakulär gewinnen. Nur Krege
schaffte sogar ein Matt, was man in dieser Klasse selten sieht, denn meist wird
vorher aufgegeben.
Runde 1
Nach oben
Gleich in der ersten Runde gab es eine Reihe von Favoritenstürzen.
Unter anderem mussten die ELO-stärkste Tatjana Vasilevich und die
Vorjahressiegerin Sandra Krege Federn lassen. Vasilevich kreiste zwar einen Springer
ein und konnte diesen erobern, doch Pflug ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und
anstelle sofort schwache Bauern einzusammeln, verstärkte sie ihre Stellung weiter,
während die Figuren von Vasilevich unsortiert und unwirksam blieben. So konnte Pflug
nach und nach doch die Bauern erobern und Vasilevichs Läufer kalt stellen, der
praktisch nicht mehr mitspielte. Schließlich opferte diese den ebenfalls schlecht
stehenden Springer, um einen gefährlichen Bauern aufzuhalten, aber die verbelibenden
zwei Mehrbauern von Pflug entschieden die Partie.
Ein interessantes Läuferopfer bot Petra Blazkova, die damit die gegnerische
Königsstellung aufriss. Sie gewann den Läufer sogar wieder, hätte aber mit 16.Sxg5
bessere Chancen gehabt. Danach verflachte das Spiel etwas und man gab Remis, da
die beiden Spielerinnen im komplizierten Damenendspiel kaum noch Gewinnchancen sahen.
Pech hatte Darja Mikliaeva, die sich eine herausragende Stellung erarbeitet hatte
und sich kurz vor dem Gewinnzug vergriff. Nach 33...Lc4 hätte Laake keine Chance
mehr gehabt, aber der Läuferzug nach h3 erlaubte die Erwiderung Td5, und damit war
die Partie weggeworfen.
Einen weiteren Überraschungserfolg zeitigte Hannelore Kube, die gegen Stefanie Schulz
gewann. Schulz hatte bereits in der Eröffnung den starken Zug 7.d6 verpasst und verteidigte
sich dann auch gegen den Königsangriff schlecht. Statt dem einfachen 18.g3 deckte
sie den angegriffenen Punkt g2 mit der Dame, welche aber dadurch verlustig ging. Zwar
konnte sie noch Turm und Läufer dafür bekommen und einige taktische Fallen aufstellen,
aber Kube blieb bedacht und eroberte schließlich noch einen Springer durch eine Gabel
mit Schach, wodurch die Partie gelaufen war. Svetlana Oleneva gewann trotz eines
Minusbauern, denn ihre verbundenen Freibauern in der Mitte waren unwiderstehlich.
Sandra Krege war wohl noch nicht richtig im Turnier. Sie verlor gegen die immerhin
400 Wertungspunkte schwächere Nadine Krumbke einen Bauern am Damenflügel, worauf
diese eine Bauernwalze in Bewegung setzte und so Krege immer mehr nach hinten
drängte. Zusammen mit dem Läuferpaar entfalteten die Bauern eine solche Macht, dass
Krege schließlich einen Springer opferte, um ihre Umklammerung zu lösen. Aber auch
das half nichts, denn Krumbke eroberte mithilfe des Mehrläufers dann einen Bauern
nach dem anderen und das Endspiel war für Krege nicht mehr zu retten.