Mein erster Einsatz für den SC 1957 Bad Königshofen
Ein persönlicher Bericht zum Bundesliga-Heimauftakt des Frauenteams
Von Hanna-Marie Klek
Vom 5. - 7. Dezember spielte ich zum ersten Mal für den SC 1957 Bad Königshofen in der Damenbundesliga.
Da ich nichts von der Spielverlegung ins Hotel Ebner wusste, warteten ich und meine Eltern zunächst vergeblich in der FrankenTherme auf Schachspieler. Gerade, als wir uns überlegten, ob etwas nicht stimmt, kam Jürgen Müller und nahm uns mit ins Spiellokal. Etwas verwundert war ich zu sehen, dass ein Bundesligaspiel im hintersten Kellerzimmer ausgetragen wird.
Nach und nach kamen die anderen Spielerinnen aus meiner Mannschaft und ich stellte fest, dass ich die einzige Deutsche war. Als auch die gegnerische Mannschaft komplett war, konnte es losgehen. Ich spielte mit Weiß gegen die Tschechin Hana Kubikova. Zunächst hatte ich zwar gegen ihren Najdorf-Sizilianer einen viel versprechenden Angriff, sie konnte jedoch in ein Endspiel abwickeln, in dem ich bald einen Bauern verlor. Glücklicher Weise war sie aber so freundlich, in Zeitnot einen Turm einzustellen, was mir im ersten Bundesligaspiel gleich einen Punkt einbrachte. Beim gemeinsamen Schnitzelessen nach Spielschluss schmeckte es mir besonders gut.
Am Samstag ging es nach kurzer Vorbereitung zum Bürgermeister, um sich in das Goldene Buch der Stadt Bad Königshofen einzutragen, eine nicht gerade spannende Angelegenheit.
Am Nachmittag, beim Spiel gegen Dresden, kam es, wie erwartet, zu meinem ersten Duell mit der mir von deutschen und internationalen Meisterschaften her gut bekannten, etwas jüngeren Filiz Osmanodja. Wie am Vortag spielte ich gegen Najdorf, dieses Mal führte mein Angriff allerdings direkt zum Erfolg, nachdem sie in Zeitnot ein mögliches Gegenopfer ausließ. Am Abend wurde bei Müllers zu Hause zur Entspannung Werwölfe gespielt.
Am Sonntag begann die Runde gegen Rotation Pankow schon früh um 9.00 Uhr. Wir waren sehr pünktlich. Ich spielte mit Schwarz gegen Sylvia Wolf, konnte zwei Bauern gewinnen, musste dafür etwas um meinen König bangen. Im Turm-Dame-Endspiel, mit dann schon 4 Mehrbauern, hätte ich die Türme tauschen können, wollte aber direkt gewinnen und übersah dabei ein Turmopfer mit anschließendem Dauerschach.
Nach der Partie ging es mit dem Auto in Rekordzeit nach Bamberg, damit alle noch ihren Zug erreichten. Eine halbe Stunde später war ich auch schon wieder zu Hause in Erlangen.
Die Verständigung mit den anderen Spielerinnen war problemlos und trotz des verschenkten halben Punktes bin ich mit meinem Bundesligaeinstand sehr zufrieden und freue mich schon auf die nächsten Runden im Januar.






