1. Mannschaft 2004/2005
Spielberichte nach Runden: 1 2 3 4 5 6 7 8 9
Stammspieler
Die Reihenfolge richtet sich nach dem Platz auf der Mannschaftsmeldeliste. Die
persönlichen Ergebnisse berücksichtigen keine kampflosen Punkte.
| Spieler/in |
ELO | DWZ |
Ergebnis |
| IM |
Ivanov |
Victor L. |
2463 |
2464 |
8/9 |
| WGM |
Zakurdjaeva |
Irina |
2285 |
2282 |
0/1 |
| |
Sternheimer |
Erhard |
2215 |
2137 |
4½/8 |
| FM |
Hofstetter Dr. |
Hans-Joachim |
2231 |
2128 |
5/7 |
| |
Frobenius Dr. |
Wolfram |
2196 |
2196 |
0/2 |
| WIM |
Blazkova |
Petra |
2205 |
2191 |
2½/5 |
| |
Suren |
Peter |
2214 |
2077 |
2½/5 |
| |
Jahrsdörfer |
Gerd |
2178 |
2146 |
4/8 |
| |
Michaelis |
Martin |
- |
2170 |
2/3 |
| |
Schmid |
Michael |
2155 |
2107 |
6/8 |
| |
Mikliaeva |
Darja |
2097 |
2082 |
3½/7 |
Ersatzspieler
| Spieler/in |
ELO | DWZ |
Ergebnis |
| |
Müller |
Roland |
- |
1998 |
2/3 |
| |
Müller |
Lutz |
- |
1967 |
0/2 |
| |
Fischer |
Thomas |
2028 |
1839 |
½/1 |
| |
Weikert |
Benedikt |
- |
1580 |
0/1 |
Spielberichte
Runde 9
Nach oben
Knapp daneben ist auch vorbei! Ein halber Brettpunkt hat uns zur Meisterschaft und zum
Aufstieg in die Oberliga gefehlt. Der vor der letzten Runde punktgleiche Mitkonkurrent Dettingen patzte
nicht und gewann sein Match. Wir hätten einfach nur 4½-3½ gewinnen müssen, um die
Meisterschaft zu sichern, aber das »einfach« war in diesem Fall wohl relativ. Und das, obwohl wir
die in dieser Saison stärkste Mannschaft an die Bretter bekommen konnten und auch noch eine Partie geschenkt
bekamen, denn die Regensburger traten zu siebt an und bescherten Irina Zakurdjaeva damit einen freien Tag.
Hofstetter steuerte bald einen zweiten Punkt bei, da sein Gegner einen vergifteten Bauern fraß und
daraufhin einen Springer einbüßte. Mikliaeva dagegen verlor erst einen Bauern, dann eine
Qualität und schließlich mündete das ganze in eine komplette Minusfigur. Als ihr Gegner
den Damentausch erzwang, sah Darja keine Chance mehr für das Endspiel und gab auf. Schmid schaffte es, in
einem gleichwertigen Endspiel mit dem Springerpaar gegen das Läuferpaar zu obsiegen. Er sammelte kleine
Stellungsvorteile und nach einem Patzer des Gegners gewann er einen der Läufer. Die Partie war damit
praktisch gelaufen. Sternheimers Partie blieb bis ins Damenendspiel unspektakulär und im Remisbereich,
doch dann gewann der entfernte Freibauer von Trenchev mehr und mehr Gewicht. Erhard versuchte nach dem
Damentausch noch einen Bauerndurchbruch am Königsflügel, aber es reichte nicht mehr.
Damit stand es 3-2 für uns, doch die restlichen Partien sahen ungünstig für uns aus. Michaelis
stand bis zum Endspiel gleichwertig, dann aber ließ er sich den wichtigen Bauern am Damenflügel
abluchsen. Der entfernte Mehr- und Freibauer reichte aus, um die Partie gegen Martin zu entscheiden. Blazkova
verpasste in der entscheidenden hochtaktischen Phase das vielversprechende Springeropfer 28...Sxe3 und kam
stattdessen aus der Abwicklung mit einer Minusfigur heraus. Sie wehrte sich noch einige Züge, doch
letztendlich bekam sie keine Chance mehr. So blieb bei Ivanov die Aufgabe hängen, mit einem Sieg
wenigstens noch das 4-4 zu erreichen. Bis zum Endspiel stand es jedoch ausgeglichen, bis Victor eine
Gelegenheit fand, die beiden Damenbauern des Gegners einzuheimsen. Das reichte für den Gewinn seiner
Partie und das Mannschaftsunentschieden, aber eben nicht mehr für den Meistertitel.
Runde 8
Nach oben
Schneller als gedacht sind wir plötzlich wieder Tabellenführer. Dettingen bot
uns Schützenhilfe und schlug Mitkonkurrent Regensburg, avancierte damit aber auch zum ernsthaften
Aspiraten auf den Titel, da diese beiden nun mit uns punktgleich an der Spitze stehen. Wir selbst
schlugen heute in einem nervenaufreibenden Krimi einen weiteren Mitkonkurrenten aus dem Feld.
Ivanov verbuchte diesmal seinen ersten Minuspunkt der Saison. Seine Partie, in der er zumindest nicht
schlechter stand, hatte er in Zeitnot weggeworfen. Hofstetter besiegte in einer Kurzpartie seinen Gegner,
der mit den schwarzen Steinen die Entwicklung sträflich vernachlässigt hatte. So blieb der
König in der Mitte hängen und wurde wenig später zur Strecke gebracht. Mikliaeva verlor
erst im Mittelspiel eine Qualität, geriet unter Druck und vergriff sich nach einigen weiteren Zügen.
Der absehbare Turmverlust zwang zur Aufgabe. Schmid überzeugte einmal mehr. Wie so oft stand er
zunächst gedrückt, konnte sich aber herauswinden und sich verbundene Freibauern im Zentrum
erarbeiten, die er in den Sieg ummünzte.
Der Bauernsturm von Suren am Königsflügel wurde vom Gegner gut abgewehrt, Peter verlor dabei einen
Bauern und büßte die Kontrolle über das Zentrum ein. Später wurde auch noch ein Springer
eingefangen. Suren wehrte sich noch einige Züge, bis er sich mit dem unvermeidlichen Verlust abfand.
Jahrsdörfer wehrte die Versuche seines Gegners, sich mit einem Bauernopfer nach dem anderen die
Initiative zu erobern, souverän ab. Am Ende hatten sich vier Bauern aufsummiert, die Gerd
schließlich zum Sieg umsetzte. Das wichtige Remis für den Mannschaftssieg steuerte Sternheimer bei.
Er hatte sich starke Initiative am Damenflügel und einen Mehrbauern erarbeitet, musste sich dann aber
in eine Stellungswiederholung fügen, weil seine Leichtfiguren in der gegnerischen Stellung ohne
Unterstützung blieben und der Verlust einer von beiden drohte. Blazkova hatte sich in der Eröffnung
zwei Bauern erkämpft, geriet aber zur Zeitkontrolle in Bedrängnis. Doch diese Komplikationen
überstand sie gut und brachte ihren Vorteil bis in die zweite Zeitnotphase. Als das Blättchen ihres
Gegners fiel, hatte sie auch nur noch eine Minute auf der Uhr.
Runde 7
Nach oben
Nach diesem Sieg hat sich unsere Situation in der Liga komplett
geändert, denn nun können wir tatsächlich noch aus eigener Kraft Meister
werden. Nachdem der bisherige Spitzenreiter Neutraubling gegen den jetzt neuen
Tabellenführer SV Fortuna Regensburg II heute strauchelte, sind es nur noch zwei
Punkte Abstand zur Spitze. In den beiden letzten Runden geht es gegen diese beiden und
mit zwei Siegen können wir den Meistertitel erringen.
Bereits nach der Eröffnungsphase sah es diesmal nach einem Sieg aus. Sechs Bretter
standen tendenziell besser, nur Sternheimer musste sich eines Angriffs erwehren und
auch Jahrsdörfer stand gehörig unter Druck. Suren gewann als erster, nachdem er einen
klassischen Angriff auf die Königsstellung über die h-Linie zum Erfolg
führte. Wenig später gewann auch Roland Müller seine Partie. Sein Gegner
zog einen optisch gefährlichen Bauernsturm auf, doch wurde er aufgrund des zu stürmischen
Vorgehens dabei zugleich zwei von diesen Bauern los und der Angriff verpuffte. Auch ein
weiteres Qualitätsopfer brachte nicht den Erfolg und nachdem sich Roland konsolidiert
hatte, gab Mikuta auf. Fischers Partie überschritt in seinem Landesligadebut trotz
zwischenzeitlich leicher Vorteile nie die Remisbreite und so einigte man sich im Endspiel
auf das Unentschieden, als für beide gar nichts mehr ging.
Ivanov gewann wieder einmal in seiner gewohnt trockenen Art. Er nutzte kleine Schwächen des
Gegners konsequent und in Ruhe aus, ohne ernsthaftes Gegenspiel zuzulassen. Der Zusammenbruch der
weißen Stellung war dann nur eine Frage der Zeit. Derweil warf Frobenius seine gute
Position in der Zeitnot weg. Seinen guten Freibauern konnte er nicht verwerten, stattdessen
ließ er sich die Bauern am Königsflügel wegnehmen und im Endspiel reichte
dieser Vorteil dann zum Gewinn für seinen Gegner Schwalbe. Petra Blazkova spielte eine
aufregende Partie, in der sie drei Bauern opferte und in der das Material nicht wirklich eine
Rolle spielte. Entscheidend war letztendlich, dass sie es schaffte, den gegnerischen König in der
Mitte zu halten, und Saring den einzigen rettenden Zug 26...Txb5 nicht sah.
Damit war der Mannschaftssieg in der Tasche, und es ging nur noch um die Höhe. Und ausgerechnet die
beiden anfangs für uns schlecht stehenden Partien blieben übrig. Jahrsdörfer stand nach
der Öffnung der h-Linie lange unter Druck. Nach den Turmtäuschen verlor sein Gegner Denk langsam
die Initiative, da er den vielversprechenden Bauernvorstoß f5 unterließ. Im Damenendspiel
stand es sogar etwas besser für Gerd, aber Denk wickelte in ein Dauerschach ab. Nachdem sein Gegner
den Gewinn von Bauer und Qualität (16...Lxf3 17.Lxf3 Sxd4) übersehen hatte, befreite sich
Sternheimer durch mutige Bauernvorstöße aus der fast tödlichen Umklammerung und gewann bei
den Abtäuschen der Schwerfiguren zudem zwei Bauern. Dieses Endspiel wollte sich der Gegner nicht
mehr antun.
Runde 6
Nach oben
Ein überzeugender Auftritt unsererseits gestaltete diesen Kampf etwas einseitig.
Schon nach einer Stunde gewinnt Michaelis in einer scharfen Variante der französischen Partie
eine Figur, in der man normalerweise einen Bauern weniger hat. Wenig später startet Ivanov einen
Angriff und steht besser. Schmid opfert zwei Bauern für den Angriff und gewinnt bald einen
zurück, ohne seine Initiative zu verlieren. Dann aber verpasst er ein mögliches Springeropfer
(19.Seg5), das zum Vorteil geführt hätte. Michaelis muss eine Qualität opfern, um den
Gegenangriff abzubremsen und seine Dame in die Mitte des eigenen Angriffs zu bringen.
Doch der erste, der seine Partie gewinnt, ist Ivanov, der in der Schlußkombination sogar die Dame
opfert, aber die Rückgewinnung unter erheblichem weiteren Materlialverlust konnte der Gegner nicht
mehr verhindern. Mikliaeva nutzt einen Fehler des Gegners aus, gewinnt seine zwei Zentrumsbauern und knackt
schließlich die Königsstellung, was zur Aufgabe führt. Als nächstes bringt Michaelis
sein Spiel nach Hause. Die aktiven Springer brachten schließlich die Entscheidung. Hofstetter befindet
sich derweil schon im Turmendspiel, gewinnt plötzlich Bauern um Bauern und als der Gewinn der Bauern
drei und vier unabwendbar ist, gibt der Gegner auf. Damit steht es bereits 4-0 für uns.
Der Angriff von Schmid gerät ins Stocken, doch dafür kann er das Materialverhältnis ausgleichen.
Nach weiteren Abtäuschen verflacht das Spiel und man gibt Remis, was gleichzeitig den Mannschaftssieg
bedeutet. Peter Suren erschwindelte sich in einem eigentlich verlorenen Endspiel eine Figur über eine
Springergabel. Der Gegner hatte für seinen Läufer kein gutes Feld mehr gesehen, doch mit einem Zug
in die Höhle des Löwen (25.Lg7!) hätte er den Materialvorteil halten können. Suren gewann
daraufhin souverän und sehenswert. Die beiden verbleibenden Partien von Sternheimer und Jahrsdörfer
wurden dann remisiert und man fuhr zufrieden nach Hause. Der Abstieg ist damit kein Thema mehr und wir können
jetzt nach vorne sehen. Zwei der drei in der Tabelle vor uns liegenden Teams können wir selbst noch bremsen.
Runde 5
Nach oben
Es war ein relativ ausgeglichener Kampf, und dennoch ein nicht unverdienter Sieg, da die
Mehrzahl der Partien doch eher zu unseren Gunsten standen. Es ging aber erst mal mit einem Dämpfer los.
Frobenius war frühzeitig per Generalabtausch im Endspiel angelangt, wurde in die eigene Hälfte
zurückgedrängt und übersah schließlich eine Springergabel, die die Qualität kostete.
Angesichts der ohnehin schlechten Stellung gab er auf. Doch im Gegenzug gelangte der kraftvolle Angriff von
Mikliaeva zu seinem erfolgreichen Ende. Mit einem Turmopfer knackte sie die gegnerische Stellung endgültig.
In der Zeitnotphase kam dann die Vorentscheidung. Hofstetters Gegner unterschätzte zwei Zwischenschachs, wodurch
er erheblichen Materialverlust erlitt und bald darauf zu unseren Gunsten aufgeben musste. Ivanov brach nach
ungewöhnlicher Eröffnung über die B-Linie in den Damenflügel des Gegners ein, gewann nebenbei
einen Bauern und dominierte schließlich nach Belieben. Die Drohung einer bevorstehenden Bauernumwandlung
entschied dann das Spiel. Petra Blazkova dagegen geriet im Endspiel unter Druck und gleichzeitig in Zeitnot. Kurz
vor einer möglichen Bauernumwandlung durch den Gegner fiel das Blättchen.
Wir führten nun 3-2 und in den übrigen drei Partien standen wir an allen Brettern leicht besser. Schmid
hatte sogar eine Qualität mehr. Jahrsdörfer versuchte wirklich alles, doch zum Schluß waren ungleiche
Läufer übrig und es wurde gespielt, bis nur noch zwei Könige auf dem Brett waren. In Anbetracht der
Lage, dass Sternheimer ein besseres Endspiel am Brett hatte, ließ Schmid ein schwieriges Endspiel aus und
remisierte duch Stellungswiederholung. Es lag einmal mehr an Erhard Sternheimer, den Mannschaftssieg klar zu machen.
Aus dem erhofften Partiegewinn wurde nichts mehr, dafür jedoch ein sehenswertes erzwungenes Patt. Mit dem Sieg
festigten wir unseren Mittelfeldplatz und haben vielleicht schon den Nichtabstieg gesichert. Angesichts der
Leistungsdichte in der Klasse ist aber weder nach oben noch nach unten etwas spruchreif. Umso mehr zeigt sich, wie
wichtig es ist, ein möglichst kampfstarkes Team an die Bretter zu bekommen.
Runde 4
Nach oben
Der Verlust heute ist eindeutig der Ersatzschwächung zuzuschreiben. Ein Brett blieb
frei und an den hinteren Brettern wurde zwar bravourös gekämpft, doch letztendlich blieb man ohne
Chance. Und dennoch schrammten wir nur knapp an einem Mannschaftspunkt vorbei! Ivanov hatte es diesmal
leicht, denn sein Gegner zelebrierte ein inkorrektes Läuferopfer auf h3, das er leicht abwehren konnte.
Auch Sternheimer hatte rasch eine Siegstellung auf dem Brett. Er konnte mit Tempo auf der d-Linie mit den
Türmen in die gegnerischen Stellung eindringen. Dann konnte er sie auch noch auf der siebten Reihe
verdoppeln, was Stickler keine Chance mehr ließ.
Hofstetter beendete seine Partie ebenfalls bereits im Mittelspiel. Zwar hatte er durch eine Kombination
eine Qualität gewonnen, doch der gegnerische, unangreifbare Springer auf e5 war praktisch genausoviel
Wert wie ein Turm. So gab man remis. Jahrsdörfer konnte aus der Eröffnung einen kleinen Vorteil
ins Endspiel hinüber retten, doch dann fand er nicht die richtigen Züge und büßte die
Initiative ein. Als der Gegner bereits etwas besser stand, einigte man sich auf ein Remis. Nach einem
unspektakulärem Beginn wurde Schmids Partie erst im Endspiel interessant. Erst erspielte er sich
leichte Vorteile durch seine aufgerückten Bauern am Königsflügel, doch kehrte sich dieser
Vorteil ins Gegenteil um und er musste gegen das Läuferpaar und einen Mehrbauern ankämpfen. Dann
konnte er den Abtausch gegen den richtigen Läufer und somit ungleiche Läufer erzwingen. Der Rest war
einfach und das theoretische Remis sicher.
Lutz Müller versuchte sich mit einem Angriff am Königsflügel, doch dafür musste er
selbst den König in der Mitte belassen. Dort war er angreifbar, was der Gegner ausnutzte und
schließlich mit Bauernverlust bestrafte. Nach dem Damentausch war die Partie vielleicht noch zu halten,
aber Lutz tat zu lange nichts gegen die Fesselung seines Läufers und fiel dann auf eine Kombination von
Dahlheimer herein, der den Läufer damit eroberte. Die Partie schleppte sich noch einige Züge hin, doch
als die Situation aussichtslos wurde, gab Lutz auf. Weikert spielte anfangs gut mit, versperrte sich dann
aber den Rückzugsweg seiner Dame, bis sein Gegner die Chance hatte, sie zu einzukreisen. Benedikt nahm
zudem den falschen Turm, denn mit 22...Dxe1+ hätte er zusätzlich den Springer auf d5 bekommen,
womit das Materialverhältnis halbwegs gewahrt und noch Raum für Schwindelchancen geblieben
wären. Doch so ging es rasch dem Ende entgegen.
Runde 3
Nach oben
Nach den beiden Siegen ist dies jetzt der erste Dämpfer. Dabei hätten wir
genausogut gewinnen können, denn mindestens die Partien von Hofstetter, Mikliaeva und Müller waren
für einen Sieg gut. Aber die Chancen wurden reihenweise vergeben. Auch Ivanov schien anfangs
Schwächen zu zeigen. Er ließ zu, dass sein Gegner mit einem Läuferopfer die beiden
ungedeckten Türme aufgabeln konnte. Das brachte zwar Materialgewinn, doch stellte Opitz damit seine Dame
ins Abseits und Viktor konnte mit seiner Herrscherin ungestört agieren. Nachdem die weiße Dame endlich
befreit war, standen für Ivanov zwei Bauern mehr auf dem Brett, die er mit seiner Technik ohne Probleme
verwertete. Die wohl bitterste Partie verlor Hofstetter. Er hatte seinen Gegner am Damenflügel bereits
überspielt und war kurz davor, einen Freibauer auf der sechsten Reihe zu etablieren. Doch
vernachlässigte er die eigene Königsstellung, die gegnerische Dame fand ein Schlupfloch, kam aus
der eigenen Defensive heraus, und plötzlich war ein schnelles Matt unabwendbar.
Blazkova hatte in der Eröffnung einen Turm für einen Läufer und zwei Bauern geopfert. Nach
einigen Abtäuschen blieb ein Mehrbauer in einem Turmendspiel übrig. Letztendlich reichte dieser
nicht, denn ihr Gegner konnte eine Remisfestung aufbauen. Auch Suren hatte lange Zeit die Initiative und
Druck auf der h-Linie, doch auch seine Partie reichte nicht über ein Remis hinaus. Jahrsdörfer
stand lange Zeit etwas besser, doch die von ihm selbst initiierte Öffnung der Stellung gereichte ihm
nicht zum Vorteil. Stattdessen profitierte sein Gegner von seinen nun entstandenen verbundenen Freibauern.
Gerd war gezwungen, seinen Läufer zu opfern, aber danach war die Partie nicht mehr zu retten. Die
Partie von Schmid dagegen hatte nie die Remisbreite überschritten. Nach einigem Figurengeplänkel
im Zentrum einigte man sich auf Remis durch Stellungswiederholung.
Mikliaeva hatte es nach dem Damentausch geschafft, auf dem Damenflügel die Übermacht zu bekommen
und sich einen Freibauern auf der b-Linie zu erarbeiten. Dann jedoch versäumte sie es, diesen
rechtzeitig weiter voranzutreiben. So konnte der gegnerische König herankommen und die Situation
entschärfen. Damit reichte es letztendlich nur zu einem Remis. Und auch Roland Müller agierte
im Endspiel unglücklich. Erst hatte er erheblichen Druck des Gegners durch genaues Spiel nicht
durchdringen lassen. Daraufhin hatte er sich sogar zwei Mehrbauern im Turmendspiel erobert. Doch dann
übersah er eine Kombination, bei der der Gegner seinen Freibauern auf f3 entscheidend in Szene
setzte. Schade! Bei diesem Kampf war definitiv mehr drin.
Runde 2
Nach oben
Ein etwas glücklicher Sieg, der unter anderem dem Siegeswillen von Martin
Michaelis zu verdanken ist. Ein Mannschaftsremis wäre der Begegnung durchaus gerecht
gewesen. Der Kampf war über den gesamten Verlauf weitgehend ausgeglichen, nur am Ende neigte
sich die Waage zu unseren Gunsten. Es begann mit einem sehr kurzen Remis von Hofstetter.
Ivanov dagegen gelangte bald in leichten Vorteil, den er mittels seines Läuferpaares zu
einem klaren Gewinn verdichtete.
Dadurch gelangten wir zunächst in Führung, doch an anderen Brettern sah es
zwischenzeitlich nicht gut aus. So war Irina Zakurdjaeva schlecht aus der Eröffnung gekommen und
geriet bald unter Druck. Ihr Gegner konnte mit seiner Dame in ihre Stellung eindringen und einen
Mattangriff inszenieren, dem sie letztendlich erlag. Doch etwa zeitgleich gewann Schmid seine
Partie. Er hatte sich über ein starkes Bauernzentrum Vorteil gesichert und diesen kontinuierlich
ausgebaut. Ein weiteres Remis wurde von Jahrsdörfer beigesteuert. Gerd stand anfangs etwas
besser, verpasste dann aber ein erfolgversprechendes Qualitätsopfer. Beide Gegner starteten
anschließend Königsangriffe. Nachdem sich der Pulverdampf verzog, hatte Gerd einen
Mehrbauern, der ihm aber nichts nützte, da Wallinger in ein Dauerschach abwickelte. Der Ausgleich
für Altensittenbach geschah dann durch die Partie von Darja Mikliaeva. Rösch hatte eine Figur
für drei Bauern geopfert und sich damit starke Freibauern verschafft. Darja musste später
die Figur zurückopfern, doch es blieben Minusbauern, die zum Verlust führten.
So mussten die letzten beiden Partien von Sternheimer und Michaelis entscheiden. Für beide wurden
Remisen angeboten. Zu diesem Zeitpunkt stand Sternheimer gedrückt und Michaelis hatte einen
Minusbauern. Doch beide wollten weiterspielen! Sternheimer war zuversichtlich, das Remis definitiv
halten zu können und Michaelis meinte, seine Stellung sei gut, und der Bauer werde
zwangsläufig zurückgewonnen. Welch vorbildlicher Kampfgeist! Wenig später willigte
Sternheimer doch ins Remis ein und Michaelis hatte seinen Bauern zurückgewonnen. Zu diesem kamen
nach und nach noch zwei weitere Bauern hinzu, und Martin sicherte sich damit nicht nur den eigenen,
sondern auch den Mannschaftssieg.
Runde 1
Nach oben
Gleich zum Auftaktmatch als Aufsteiger ein Sieg, und das wieder mit einem
ersatzgeschwächten Team. Und der Sieg hätte noch höher ausfallen können,
denn Peter Suren hatte den Punkt schon auf der Hand. Werden wir damit der Favoritenrolle
gerecht, die uns die anderen schon wieder zugeschrieben haben?
Zwei Partien kippten schon recht bald zu unseren Gunsten und fuhren auch die ersten beiden
Punkte ein, wenn auch dieses sich noch über 3 Stunden hinzog. Unser Neuzugang
IM Victor L. Ivanov hatte einen Bauern für die Initiative geopfert. Sein
Gegner opferte die Qualität zurück. Ivanov gewann später den Bauern mit besserer
Stellung zurück. Der Gegenangriff von Trefny blieb ohne Wirkung, und der Materialvorteil
reichte zum Gewinn aus. Darja Mikliaeva konnte in der Eröffnung einen Bauern ergattern,
diesen verteidigen und ebenfalls eine Qualität hinzugewinnen, was die Partie letztendlich
entschied.
Die übrigen Partien blieben lange ausgeglichen. Michael Schmid bewies zwischenzeitlich
Kampfgeist, indem er ein Figurenopfer verschmähte, das seinem Gegner die Möglichkeit
gegeben hätte, per Dauerschach remis zu erzwingen. Schließlich wurde er dafür
später mit dem Sieg belohnt. Peter Suren nimmt dagegen ein Qualitätsopfer an, verteidigt
im Anschluß hervorragend und kommt dadurch in Vorteil. In der ersten Zeitnotphase schwindet
dieser durch einen schwachen Zug etwas und die verbleibende Materialkonstellation mit zwei
Türmen gegen Springer, Läufer und zwei Mehrbauern ist schwierig, birgt aber noch gute
Chancen. Dagegen verliert Lutz Müller in der Zeitnot möglicherweise die Übersicht
oder die Nerven, sicher jedoch einen Turm und damit die Partie.
Nach dem endgültigen Sieg von Schmid steht es kurz nach der Zeitkontrolle 3-1 für uns,
und die restlichen Partien stehen alle tendenziell besser. Sternheimer und Jahrsdörfer haben
Endspiele mit Mehrbauern, doch es ist jeweils unsicher, ob dieser zum Gewinn ausreicht. Beide
bekommen Remisen angeboten. Kurz darauf kippt die Partie von Roland Müller aufgrund der
Zeitnot des Gegners endgültig zu seinen Gunsten und der vierte Punkt ist im Sack.
Jahrsdörfer nimmt daraufhin das angebotene Remis an, womit der Mannschaftssieg gesichert
ist. Suren gerät ebenfalls in Zeitnot, verliert einen Turm und gibt auf, woraufhin auch
Sternheimer ein Remis annimmt.