2. Mannschaft, Meister 2003/2004
Spielberichte nach Runden: 1 2 3 4 5 6 7 8 9
Stammspieler
Die Reihenfolge richtet sich nach dem Platz auf der Mannschaftsmeldeliste. Die
persönlichen Ergebnisse berücksichtigen keine kampflosen Punkte.
| Spieler/in |
DWZ |
Ergebnis |
| Michaelis |
Martin |
2177 |
1½/3 |
| Mikliaeva |
Darja |
2070 |
2/2 |
| Müller |
Lutz |
1916 |
5/7 |
| Müller |
Roland |
1945 |
7/9 |
| Böckler |
Michael |
1787 |
4½/8 |
| Beyersdorf |
Gunter |
1676 |
3½/9 |
| Müller |
Gerhard |
1819 |
3/4 |
| Härter |
Jan |
1742 |
2/2 |
| Günsch |
Hans-Georg |
1730 |
5/7 |
| Hofmann |
Andreas |
1731 |
7/9 |
| Fischer |
Thomas |
1799 |
6½/8 |
Ersatzspieler
| Spieler/in |
DWZ |
Ergebnis |
| Müller |
Jürgen |
1658 |
1/1 |
| Burzler |
Annette |
1639 |
½/2 |
| Weikert |
Benedikt |
1514 |
½/1 |
Spielberichte
Runde 9
Nach oben
Es ist geschafft! Als Aufsteiger gleich nochmal aufgestiegen! Wir wiederholen
das Kunststück, das unsere erste Mannschaft schon 2001 vollbracht hat. Nur noch zwei
Brettpunkte waren zu sammeln, doch wir wollten auch diesen Kampf gewinnen, alleine um zu zeigen,
dass die Meisterschaft verdient ist. Von Remisgeschiebe, was angesichts der Vorgabe
verständlich gewesen wäre, war dieser Kampf weit entfernt, denn alle Partien sahen
einen Sieger.
Zunächst sah es aber wieder einmal gar nicht nach Sieg aus. Als Kiebitz sah unser
Ehrenvorsitzender Gerhard Müller schon dunkle Wolken aufziehen, denn die ersten beiden
Partien, in denen Tendenzen zu sehen waren, liefen gegen uns. Böckler hatte im
Angriffsoptimismus seine Königsstellung zu sehr gelockert und dabei einen Springer
verloren. Der wurde zwar kurz darauf von Ritter zurückgeopfert, doch der mangelnde
Bauernschutz des Königs entschied schlussendlich die Partie. Zu dem Zeitpunkt hatte auch
Michaelis bereits eine Figur durch eine falsch berechnete Abwicklung verloren.
Just in dem Moment, als der Königsangriff von Hofmann endlich ins Rollen kommen sollte, patzte
sein Gegner und erlaubte ein einzügiges Matt. Auch Günsch brachte dann seine Druckstellung
gegen den rückständigen Bauern auf d7 voll zur Geltung. Damit war der Sack
»Meisterschaft« zu, und es ging für uns nur noch darum, auch den Kampf selbst zu
gewinnen. Wir führten zwar erstmals, doch kurz darauf verlor Michaelis endgültig, und auch
Beyersdorf musste die Waffen strecken. Er hatte dem Druck auf seinen Königsflügel nicht
mehr standhalten können. Wieder im Rückstand rechneten wir aber schon mit dem Gewinn von
Fischer. Dieser war zwischenzeitlich mit einer Qualität plus einem Bauern in Vorteil, opferte diese
jedoch zurück, um einen gefährlichen Freibauern zu beseitigen und in ein gewonnenes Endspiel
abzuwickeln, was er schließlich auch nach Hause brachte.
Zur Zeitkontrolle stand es also 3-3, doch die letzten beiden Partien ließen noch lange auf
sich warten. In der Partie Müller-Anliker inszenierten beide Parteien Angriffe auf die
Rochadestellung des anderen. Anliker verpasste im 27. Zug die Chance, die Bauern auf seinem
Königsflügel endgültig zu verkeilen. So konnte Lutz in seine Stellung einbrechen,
was die Partie dann entschied. Roland Müller häufte in seiner positionell geführten
Partie Vorteil um Vorteil an und drückte seinen Gegner in die Defensive. Dieser hatte sich in
eine Festung verschanzt, konnte jedoch keine eigenen Initiativen mehr angehen. Am Ende fand Roland
doch noch den Weg, die Festung zu knacken.
Runde 8
Nach oben
Mit diesem Sieg haben wir den Aufstieg schon fast in der Tasche. Nachdem
Verfolger Bergrheinfeld einen Mannschaftspunkt in Bad Kissingen ließ, haben wir nun zwei
Mannschaftspunkte und 6½ Brettpunkte Vorsprung, d.h. zwei Brettpunkte reichen uns
im letzten Kampf zum Aufstieg, unter der unwahrscheinlichen Voraussetzung, dass Bergrheinfeld
8-0 gewinnen kann. Dass man in dieser Saison mit fünf Minuspunkten noch Meister werden kann,
zeigt, wie ausgeglichen die Liga ist.
Nach einem unspektakulären Remis von Günsch gab es gleich mal einen Dämpfer.
Annette Burzler hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt. Sie vergriff sich gleich zweimal
hintereinander und hatte plötzlich einen Turm weniger. Einige Züge später brach
ihre Stellung zusammen. Doch zu diesem Zeitpunkt standen Lutz und Roland Müller an den
ersten Brettern bereits gut. Wenig später konnten beide ihre Königsangriffe erfolgreich
abschließen. Böckler hatte zwischenzeitlich einen Bauern verloren, der aufgrund der
geschlossenen Stellung ohne Auswirkung blieb. Dann gewann er den Bauern zurück und das zunehmend
verflachte Turmendspiel wurde berechtigterweise remis gegeben.
Bei dem Zwischenstand von 3-2 mussten die letzten drei Partien entscheiden. Diese standen aber
schon tendenziell gut für uns. Jürgen Müller hatte sich auf einen riskanten Bauernraub
in der Eröffnung eingelassen und dabei die Entwicklung seines Königsflügels
vernachlässigt. Dies ging aber gut und sein Gegner Nees ließ sich sogar seinen Läufer
einsperren, der dann verloren ging. Der Gegenangriff brachte Jürgen einige Probleme ein, denn
sein Mehrspringer war ohne Wert am Rand im Abseits. Schließlich ließ er sich im Interesse
des Mannschaftsergebnisses auf eine Stellungswiederholung ein.
Hofmann hatte nach Problemen in der Eröffnung durch passive Züge des Gegners eine aktive
Druckstellung gegen den weißen Isonali auf d4 aufbauen können. Beide Spieler hatten
zwischenzeitlich Remisen angeboten, aber vom Gegner abgelehnt bekommen. Schließlich konnte
Andreas die Verteidigung des Isolani unterminieren, diesen erobern und zusätzlich Prof. Richter
einen Doppelbauern einbrocken. Das Turmendspiel war wohl theoretisch gewonnen, aber durch einen
Fehler Richters wurde sein König mitten auf dem Brett Matt gesetzt. Unser inzwischen schon
Dauerschlusslicht Gunter Beyersdorf schaffte es nach zwei schweren Fehlern des Gegners, eine
lupenreine Zwickmühle aufzubauen. Mit dieser erlangte er entscheidenden Materialvorteil (Dame
für Turm) und wenige Züge später gab Kriener die aussichtslose Partie auf. Schon
vor der Zeitkontrolle um 18:00 Uhr war der Kampf beendet.
Runde 7
Nach oben
Das Ergebnis fiel wesentlich deutlicher aus, als es dem Spielverlauf nach
zunächst aussah. Etwa nach 2,5 Stunden kam eine erste Entscheidungsphase. Böckler und
Weikert hatten Remisen angeboten bekommen. Auf unserer Seite standen Roland Müller und
Günsch bereits mit starken Angriffsstellungen auf Gewinn, doch an anderen Brettern sah
es bedenklich aus. Hofmann hatte eine Qualität verloren, Fischer musste sich mit einem
Springer auf d6 herumplagen und der König von Lutz Müller stand luftig. Die Remisen
wurden dennoch angenommen. Kurz darauf gewann tatsächlich Roland Müller seine Partie.
Er hatte die unkoordinierte Stellung der gegnerischen Figuren und die Schwächen am
Damenflügel ausgenutzt. Nach dem Verlust der Qualität hatte Hofmann seine Dame auf
Raubzug ins gegnerische Lager geschickt, doch sein Gegner tat es ihm gleich. Andreas hatte nur
noch auf einen Schwindel, z.B. eine Gabel mit den zwei Springern gehofft, doch nachdem man sich
gegenseitig die Zentrumsbauern genommen hatte, stellte Treibel urplötzlich die Dame ein. Ein
geschenkter Sieg! Dies war wohl der psychologische Knacks für die Neustädter, denn nun
stand es 3-1 für uns. Bei einem 2-2 wäre es noch schwer für uns geworden.
Wenig später wurde die Zeitnotphase eingeläutet. Diese brachte die endgültige
Entscheidung. In heftiger Zeitnot befanden sich auf unserer Seite Lutz Müller sowie auf
Neustädter Seite Memmler und Heerlein mit jeweils nur noch 10 Minuten für 15-18 Züge.
Als erstes brach Memmler zusammen. Gegen die Druckstellung von Günsch fand er einfach nicht
mehr die besten Züge. Günsch hatte einen Eröffnungsfehler ausgenutzt und Memmler
die Rochade verdorben. Dieser konnte sich gegen den guten Springer auf d6 mit blockiertem Bauer d7
nicht mehr vernünftig entwickeln. Lutz Müller stellte wieder einmal seine Qualitäten
als versierter Blitzer unter Beweis. Er fand selbst in hochgradiger Zeitnot noch beste Züge,
während sein Gegner mit mehr Zeit gerade jetzt Fehler produzierte. Müllers nächster
Zug nach dem Vervollständigen des Partieformulars entschied die Partie. Der gegnerische Springer
war nicht mehr zu retten.
Thomas Fischer hatte sich durch einige ungenaue Züge seines Gegners des unangenehmen Springers
auf d6 entledigen können und dabei auch noch einen Bauern gewonnen. Die sehr offene Stellung
blieb dennoch schwierig, aber dann stellte sein Gegner den Turm ein, was die Partie sofort
beendete. Beyersdorf setzte wieder einmal den Schlusspunkt. Er hatte aus der Zeitnot von Heerlein
immerhin einen Bauern erwirtschaftet und bemühte sich in dem entstandenen Turmendspiel redlich,
diesen zu einem Sieg zu verwerten, fand aber den Gewinnweg nicht und musste sich schließlich
in ein Remis fügen.
Runde 6
Nach oben
Erst in der zweiten Zeitnotphase um 20.00 Uhr wurde der Kampf entschieden,
der auch genausogut zu Gunsten von Maßbach hätte ausgehen können. Damit
haben wir wieder den Spitzenplatz der Tabelle übernommen, da Mitkonkurrent Würzburg
1965 in Bergrheinfeld Punkte abgeben musste. Wir stehen jetzt punktgleich mit Würzburg,
aber unsere positive Brettpunktebilanz zählt fast so viel wie ein Mannschaftspunkt. Doch
bei drei noch ausstehenden Runden, zwei Mannschaften mit 9 und drei mit 8 Punkten an der Spitze
wird die Entscheidung über die Meisterschaft wohl erst am letzten Spieltag getroffen.
Günsch remisierte schnell in etwas besserer Stellung. Hofmann geriet ins Hintertreffen, nachdem
er den möglichen Bauerngewinn falsch abwickelte (17.Txc3, gefolgt von Sxe4+ und Lxc3) und zudem
den Gegenangriff unglücklich abwehrte. Sein Gegner konnte daraufhin einen starken Läufer
auf f6 platzieren, lavierte aber zu lange und ließ Andreas nochmal ins Spiel kommen. Das
Endspiel mit Minusbauern und ungleichen Läufern wäre wohl zu halten gewesen, aber ein
weiterer Fehler entschied dann. Thomas Fischer übersah zwar einen taktischen Schlag im
Mittelspiel (20.Txf6, gefolgt von Dg4+ und dxc6), konnte aber seinen Freibauern bis d7
vordrücken und die Partie damit entscheiden. Zur ersten Zeitkontrolle stand es mit nur drei
entschiedenen Partien unentschieden.
Dann brachte uns Gerhard Müller erstmals in Führung. In der Zeitnotphase hatte er einen
Springer erobert und mit dessen Hilfe wurde der Freibauer auf der C-Linie unwiderstehlich. Die
Partie von Michaelis sah nach Qualitäts- und Bauerngewinn plus starkem Freibauern nach einem
klaren Punkt für uns aus, doch Martin opferte in der unklaren Stellung die Qualität
zurück, um die Angriffschancen seines Gegners zu unterbinden. Das Springerendspiel wurde dann
remis gegeben. Die letzten drei Partien mussten entscheiden und ließen noch länger auf
sich warten. Beyersdorf hatte es mit mit einem gegnerischen Freibauern auf der D-Linie zu tun, der
später mitsamt dem C-Bauern als verbundene Freibauern das Spiel entschied. Gunter hatte dabei
einige Gegenchancen verpasst (Turm-Einschlag auf c2, Vorrücken des eigenen Freibauern).
So stand es wieder unentschieden. Die beiden letzten Partien wurden erst in in der Zeitnot mit
beiderseits weniger als fünf Minuten auf der Uhr entschieden. Nervenaufreibend für die
Kiebitze war die Partie von Lutz Müller, der einen Springer geopfert hatte, um eine Bauernwalze
am Königsflügel in Bewegung zu bringen. Offensichtlich verpasste auch er mehrere
Möglichkeiten, den Sack zuzumachen, aber einer der Bauern drang durch und die neue Dame entschied.
Roland Müller und sein Gegner Dünisch produzierten einen echten 100-Züger. Nach langem
Lavieren im Mittelspiel entstand ein Endspiel mit Läufer- gegen Springerpaar. Rolands
Läuferpaar erwies sich dabei als stärker. Schließlich konnte er in der zweiten Zeitnot
einen Springer erobern, womit das Spiel entschieden war.
Runde 5
Nach oben
Ein Kampf bis auf Messers Schneide! Er hätte genauso gut auch für
uns ausgehen können, vielleicht sogar müssen. Dabei verlief der Beginn mehr als
ungünstig. Für Günsch und Beyersdorf war jeweils ein Damenschach des gegnerischen
Weißen auf a4 der Todesstoß. Günsch hatte zunächst noch den Anfangselan von
Schäfer zurückwerfen können, übersah dann aber eine Mattkombination.
Beyersdorf fraß in der Eröffnung einen vergifteten Bauern und verlor daraufhin
einen Springer. Die Partie schleppte sich noch 20 Züge dahin, aber Gunter bekam keine
Chance mehr, das Blatt zu wenden. Thomas Fischer kam ebenfalls schlecht aus der Eröffnung,
erspielte sich trotzdem einen kleinen Vorteil, den er aber nicht halten konnte. Im ausgeglichenen
Springerendspiel gab man Remis. Auch Lutz Müller remisierte in unklarer, weil sehr offener
Stellung.
So stand es zwischenzeitlich 3-1 gegen uns. Aber dann glichen Gerhard Müller und Hofmann
aus. Müller erwarb sich entscheidenden Materialvorteil mittels einer Fesselung auf der
d-Linie und einigen Springergabeln. Die Partie von Hofmann blieb lange unklar. Entschieden wurde
sie letztendlich durch die Zeitnot von Saftenberger, der mit nur noch wenigen Sekunden auf der
Uhr seine große Chance 33.Dg4 verpasste. Zur Zeitkontrolle stand es also 3-3, und die
letzten beiden Partien mussten den Kampf entscheiden. Böckler hatte bis dato Druckspiel auf
der h-Linie entwickelt, das im weiteren Verlauf aber nicht zu entscheidendem Vorteil führte.
Dagegen hatte Roland Müller mit dem vorgerückten c-Bauern die
klar bessere Position und verpasste im 43. Zug sogar einen klaren Gewinnzug (43...c3). Dann aber
ließ er Gegenchancen zu, weil er auf den Damentausch verzichtete. Nachdem dieser doch
erfolgte, war die Stellung immer noch zu gewinnen. In der irrigen Annahme, der Bauer laufe
unaufhaltsam durch, ließ er eine Springergabel mit Schach zu und verlor dadurch seinen
Läufer. Die Partie war damit nicht mehr zu halten. Böckler remisierte schließlich,
da er berechtigterweise keine Chance sah, das Turmendspiel zu gewinnen.
Runde 4
Nach oben
Nach diesem Sieg überwintern wir in der bequemen Position des
Tabellenführers. Der Nichtabstieg ist gesichert, doch ob wir wirklich Chancen auf den
Titel und den Aufstieg haben, wird sich erst im neuen Jahr zeigen. Erst dann warten die
wirklich schweren Aufgaben mit Würzburg, Bad Neustadt oder auch Heidingsfeld auf uns.
Der bisherige Saisonverlauf hat aber gezeigt, dass die Liga sehr ausgeglichen ist und an
einem guten Tag jeder jeden schlagen kann.
Der Kampf blieb zunächst unklar und es dauerte lange, bis die erste Entscheidung fiel.
Hofmann beendete als erster seine Partie nach etwas mehr als zwei Stunden Spielzeit. Er hatte
einen schlechten Tag erwischt und ließ sich von dem blendend aufspielenden Kevin Pfaff
in die Defensive drängen. Dieser verpasste jedoch mehrere gute Fortsetzungen und auch
die Forcierung seines Angriffs durch ein Qualitätsopfer brachte nicht die Entscheidung.
Schließlich wehrte Pfaff ein angedrohtes Matt auf e1 fehlerhaft ab und verlor dadurch
die Partie. Roland Müller hatte mit einem Remisangebot im Rücken bis dahin bereits
über eine halbe Stunde gewartet, um Tendenzen im Mannschaftskampf zu erkennen. Mit nur
noch 5 Minuten auf der Uhr, dem ersten Sieg am Brett und den schon besser stehenden Partien
von Günsch und Fischer konnte er beruhigt das Remis annehmen. Fischer hatte schon in der
Eröffnung eine Qualität gewinnen können und verwertete diese dann im Endspiel.
Etwa zeitgleich remisierten Böckler und Gerhard Müller. Beide hatten jeweils einen
Bauern gewonnen, verloren diese jedoch wieder und standen (laut Fritz 8) in ihren
Endstellungen leicht schlechter. Die Remisen wurden auch im Hinblick auf den Mannschaftssieg
geschlossen, da damit ein Punktestand von 3½-1½ erreicht war und sowohl
Günsch als auch Beyersdorf auf Gewinn standen. Gunter konnte diesmal eine
überzeugende Partie auf's Brett bringen. Gegen Krenz hatte er im Mittelspiel eine
Qualität gewonnen, kam aber unter Druck und musste die letzten elf Züge bis zur
Zeitkontrolle in vier Minuten absolvieren. Diese Zeitnotphase überstand er jedoch
glänzend und wickelte in ihr in ein gewonnenes Endspiel ab.
Damit war der Sieg im Kasten. Die beiden letzten Partien waren nur noch für das
Brettpunktekonto interessant. Günsch kam nach der Eröffnung unter Druck, doch
Feidel setzte ungenügend fort, sein Springeropfer verpuffte und er verlor noch einen
Läufer. Der Rest war für Hans-Georg eine Frage der Technik. Wie im letzten Kampf
bildete Härter das Schlusslicht und wieder konnte er seinen Gegner in die Zeitnot
treiben, wodurch er letztendlich gewann. Jan hatte den wichtigen Zentralbauern auf d4
gewonnen, allerdings auf Kosten der Entwicklung. Sein Gegner Böttger verwandte daraufhin
zu viel Bedenkzeit darauf, aus seiner Initiative etwas zählbares zu machen, jedoch ohne
Erfolg. Bereits weit vor der Zeitkontrolle um 18.00 Uhr war der Mannschaftskampf vorbei.
Im Ergebnis etwas hoch, war der Sieg dennoch verdient.
Runde 3
Nach oben
In diesem Match trugen wir letztendlich einen ungefährdeten
Sieg davon, obwohl wir uns aufgrund der nominalen Stärke der Bergtheimer auf
ein knappes Ergebnis eingestellt hatten. Böckler eröffnete den Reigen,
indem er praktisch mit Ansage einen gefesselten Springer eroberte. Der Gegner ließ
sich darauf nicht ein und gab stattdessen die Dame für den Läufer. Nach ein
paar weiteren Zügen wurde er Matt gesetzt. Thomas Fischer musste sich eines
Königsangriffs mit Läuferopfer erwehren. Nach Fehlern auf beiden Seiten
verlief der Angriff im Sande und der Materialvorteil entschied. Roland Müller stand
zunächst gedrückt, aber fest, und Küffner konnte daraus kein Kapital
ziehen. Nach dem Damentausch vereinbarte man Remis. Der Zwischenstand von
2½-½ stimmte bereits hoffnungsfroh, da Lutz Müller und Hofmann gut
standen.
Nach längerem Abstand kamen weitere Entscheidungen. Beyersdorf hatte zwar einen
Bauern gewonnen, stand aber unter Druck. Doch dann verrechnete sich Werner, stellte
einen Springer ein und gab auf. Hofmann hatte bereits in der Eröffnung eine
Siegchance per Läuferopfer auf f7 verpasst, da er den glänzenden Folgezug Se6
übersah. Trotzdem konnte er einen starken Läufer auf e6 etablieren. Der
nachfolgende Angriff verpuffte zwar, doch immerhin blieb ein Qualitätsplus. Im
Endspiel entschieden zwei schwere Fehler des Gegners. Damit war der Mannschaftskampf
mit 4½-½ bereits unter Dach und Fach.
Die letzten drei Bretter gingen auf die Zeitkontrolle zu und an allen herrschte Zeitnot
auf beiden Seiten. Angesichts dieser willigte Lutz Müller etwas unzufrieden
in ein Remis ein, nachdem er lange Zeit besser und auf Angriff stand, die Stellung aber
mit dem Damentausch verflacht und sogar etwas zugunsten des Gegners gekippt war. Gerhard
Müller stand lange unter Druck, verpasste dann aber - bereits in Zeitnot - den
Qualitätsgewinn mit 33. Dd2. Wenige Züge später gab man Remis. Die letzte
Partie gewann Jan Härter durch Zeitüberschreitung, allerdings in besserer
Stellung und nachdem er bereits vorher beste Gewinnchancen verpasst hatte (31.. Txf2
und 34.. Dxe3).
Runde 2
Nach oben
Bergrheinfeld trat nur unter Protest an, da man der Meinung war, der
mehrfache Einsatz einiger unserer Spieler in verschiedenen Ligen am selben Spieltag sei
nicht von der Turnierordnung gedeckt. Einen Überblick über die Diskussion findet
ihr im Forum des Unterfränkischen Schachverbandes.
Der Kampf selbst brachte ein etwas ärgerliches Unentschieden, nachdem ein Sieg sehr einfach
möglich gewesen wäre. Drei der vier Verlustpartien wurden durch unnötige
Patzer verdorben. Dagegen stand aber auch eine Zeitüberschreitung und eine vorzeitige
Aufgabe auf Bergrheinfelder Seite. So gewann Roland Müller als erster seine Partie, zwar
in leicht besserer Stellung, aber doch glücklich, da Salveter dem Irrtum unterlag,
entweder Matt gesetzt zu werden oder die Dame zu verlieren. Unser Neuzugang Martin
Michaelis gewann in überzeugender Manier und ließ seinem Gegner keine Chance.
Doch gleichzeitig verlor Thomas Fischer, nachdem er bereits mit einem Läufer gegen zwei
Bauern materiell im Vorteil war. Er hatte eine Mattkombination übersehen. Es
hätte also schon 3-0 statt nur 2-1 stehen können.
Darja Mikliaeva konnte sich durch ein Schach mit gleichzeitigem Abzug auf die Dame immerhin
eine Qualität erobern. Diesen Vorteil setzte sie später mittels eines Freibauern auf
der D-Linie um. Die Partie von Gunter Beyersdorf geriet schnell ins taktische Fahrwasser. Er
und sein Gegner Daniel Köhler verhedderten sich abwechselnd im Gestrüpp der Varianten,
bis Gunter in bereits schlechterer Stellung ein fehlerhaftes Springeropfer brachte, womit
die Partie praktisch entschieden war.
Der Zwischenstand von 3-2 ließ hoffen, zumal die restlichen drei Partien tendenziell
zumindest nicht schlechter standen. Doch Lutz Müller fraß den vergifteten Bauern
auf f7, was ihn auf die Verliererstraße brachte. Hofmann hatte sich durch ein Gambit
Initiative und Druck erkauft und konnte dann tatsächlich den Bauern zurückgewinnen,
wodurch ein remisverdächtiges Endspiel entstand. Aber kurz bevor er das Remis anbieten
wollte, fiel das Blättchen von Wirth, Böcklers Gegner. Michael hatte sich zwar zwei
verbundene Freibauern erwirtschaftet. Doch da noch alle Schwerfiguren auf dem Brett waren und
Michaels König sehr luftig stand, hätte es sicherlich noch Schwindelchancen für
Wirth gegeben. So wurde nichts aus dem Remis in der letzten Partie, denn Bonnes musste die
Partie gewinnen, um wenigstens noch den vierten Punkt für Bergrheinfeld zu holen. Und
tatsächlich vergriff sich Andreas im totremislichen Endspiel und setzte damit seine
Partie und den Mannschaftssieg in den Sand.
Runde 1
Nach oben
Nach dem Aufstieg in der Vorsaison diente dieses Auftaktmatch vor allem
zur Positionsbestimmung. Der Sieg fiel schließlich viel klarer aus als von uns erhofft.
Wir übernahmen damit gleich die Tabellenspitze. Im Nachhinein verlief der Kampf doch
glatter, als es zuerst aussah. An den vorderen Brettern waren unsere Spieler unter Druck und
in teilweise schlechteren Stellungen. Die ersten beiden Punkte für uns brachten dann
aber offensichtlich Sicherheit für die Mitspieler. Hofmann gewann als erster, nachdem er mit
einer Offensive am Damenflügel in den »gegnerischen Strafraum«, die 7. Reihe,
eindrang und nach einem Patzer des Gegners die Dame erobern konnte. Günsch eroberte die
ungedeckte Dame per Abzugsschach, indem er mit einer schönen Kombination die zuvor
vollgestellte D-Linie freiräumte.
Roland Müller konnte als nächster seine Partie zu seinen Gunsten drehen. Der Gegner
hatte unvorsichtigerweise die Königsstellung entblößt, was Roland sofort ausnutzte.
Annette Burzler hatte zunächst Raumvorteil, doch die vernachlässigte Entwicklung
rächte sich. Ihr Gegner opferte schließlich eine Qualität, um ein Dauerschach zu
inszenieren. Wenig später entschied dann auch Darja Mikliaeva ihre Partie für sich,
indem sie mit einem plötzlichen Damenausfall einen Springer und danach auch noch eine
Qualität eroberte. Damit war der Sieg beim Zwischenstand von 4½-½ schon im
Kasten.
Die interessanteste Partie hatte wohl unser jüngster Neuzugang Thomas Fischer auf dem
Brett. Er musste sich mit seinem Läuferpaar gegen einen Springer und drei Mehrbauern
durchsetzen, was er am Ende auch souverän tat. Die Mattsetzung mit dem Läuferpaar
sieht man auch nur selten in der Praxis. Böckler konnte seine von außen skeptisch
betrachtete Partie trotz des entfernten Freibauern des Gegners remis halten. Beyersdorf setzte
wieder einmal den Schlusspunkt. Er vergriff sich in der Verteidigung und verlor einen Läufer.
Nach langem Kampf um das Remis musste es sich doch geschlagen geben.